Ärzte Zeitung, 11.01.2010

Kommentar

Eine Chance für Kreativität!

Von Christian Beneker

Die kleine Uni Oldenburg will zusammen mit der Uni im holländischen Groningen einen Studiengang Medizin nach dem Bachelor- und Master-System aufbauen. Wird das realisiert, dann ist das kleine Oldenburg der Eisbrecher. Denn die 37. deutsche medizinische Fakultät wäre (zusammen mit Groningen) die erste, die Medizin-Abschlüsse nach dem EU- Bologna-Prozess hervorbrächte, und zwar gleich zwei: den Master of Science und "Geneeskunde".

Der medizinische Fakultätentag moniert unter anderem, die Oldenburger würden bei Wissenschaftlichkeit und Approbation deutsche Standards unterlaufen. Tatsächlich wäre eine Approbation nur über Holland möglich. Aber sind holländische Ärzte zu schlecht ausgebildet? Kaum.

Allerdings bekommt manche deutsche Fakultät nicht ohne Grund kalte Füße. Denn sollte der grenzüberschreitende Reformstudiengang gut funktionieren, könnte das kleine Oldenburg so manchem Dickschiff das Kielwasser zeigen - und auch noch billiger arbeiten als die Konkurrenz. Der Ärztemangel ist groß genug, um Experimente zu wagen! Und Oldenburg ist mit den Großen nicht vergleichbar: In Göttingen und Hannover beginnen jährlich Hunderte von Medizinstudenten. In Oldenburg wären es 40.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Bachelor und Master in der Medizin - schon ein Modellversuch mobilisiert Widerstand

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