Ärzte Zeitung, 06.12.2010

Glücksspielmonopol soll gesichert werden

MÜNCHEN (dpa). Mit drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Spielsucht wollen die Bundesländer laut "Focus" ihr Glücksspiel-Monopol sichern. Vorgesehen sei die Einrichtung einer "zentralen Sperrdatei" für alle Glücksspiele, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen Entwurf für den neuen Glücksspielstaatsvertrag.

Alle Veranstalter müssten demnach suchtgefährdete Spieler an eine Zentrale melden. Es blieb in dem Bericht unklar, woher der Vertragsentwurf stammt. Laut Europäischem Gerichtshof ist ein staatliches Monopol nur zulässig, wenn es die Suchtgefahr bei allen Spielarten konsequent bekämpft.

Die Länder wollen deshalb die bisher vom Bund liberal geregelten Automatenspiele sowie die Pferdewette in die Suchtprävention integrieren. Es gibt Stimmen, die eine leichte Marktöffnung im Sportwettenbereich befürworten. Schleswig-Holstein wirbt dafür, einigen privaten Anbietern Konzessionen zu erteilen.

Glücksspiele im Internet sollen laut "Focus" zwar generell verboten bleiben, bei Lotterien und Oddset könnten die Länder jedoch Ausnahmen erlauben. Jeder Online-Spielauftrag sowie die persönlichen Daten der Spieler würden zentral erfasst, um sicherzustellen, dass Spieler Einsätze von "insgesamt 500 Euro pro Monat nicht überschreiten", zitiert das Magazin aus dem Entwurf.

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