Ärzte Zeitung, 16.06.2011

Kommentar

Das Hamsterrad läuft immer noch

Von Helmut Laschet

Die Umfrage des Forsa Instituts im Auftrag der DAK unter Versicherten in Nordrhein-Westfalen zeigt eines mit Klarheit: Es gibt kein ernsthaftes und generelles Wartezeiten-Problem in den Praxen. Bemerkenswert ist aber, dass jüngere Patienten, die nur relativ selten Ärzte in Anspruch nehmen, mehr darüber klagen als ältere.

Man kann das erklären mit größerer Geduld der Älteren und stärkerer Ungeduld der jüngeren Generation. Ursachen können aber auch Organisationsmängel in den Praxen sein: Unzulängliche Terminplanung oder auch Praxisöffnungszeiten, die nicht auf die Zeitbudgets Berufstätiger abgestimmt sind. Jeder Praxisinhaber mag sich prüfen, ob er seinen Service verbessern kann.

Auffällig ist allerdings die Tatsache, dass fast die Hälfte "Dauerkunde" im Gesundheitswesen ist, also mehr als fünfmal im Jahr einen Arzt in Anspruch nimmt. Sechs Prozent der Befragten suchen 20 Mal und öfter einen Arzt auf. Das deutsche Gesundheitswesen ist "berüchtigt" für seine hohen Kontaktfrequenzen - die wiederum Ursache für Zeitknappheit im Einzelfall sind. Das wiederum spüren Ärzte als Berufsstress und Patienten als Mangel an Zuwendung. Hier wäre der eigentliche Reformbedarf.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Alte Menschen sind geduldige und zufriedene Patienten

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (79979)
Organisationen
DAK (1604)
Personen
Helmut Laschet (1459)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »