Ärzte Zeitung, 08.08.2011

Neun KVen fordern Nachschlag für Honorarrückstand

KÖLN (iss). Neun KVen wollen eine Nachschusspflicht der Krankenkassen für Regionen mit einer unterdurchschnittlichen morbiditätsorientierten Gesamtvergütung erreichen.

Neun KVen fordern Nachschlag für Honorarrückstand

Die KVen fordern eine klare gesetzliche Regelung für die sockelwirksame Angleichung der Vergütung.

© Robert Kneschke / fotolia.com

Dafür muss der Gesetzgeber noch 2011 die gesetzlichen Grundlagen schaffen, fordern die KVen Brandenburg, Hessen, Nordrhein (KVNo), Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Westfalen-Lippe (KVWL) in einem Positionspapier.

"Die Vergütungsunterschiede zwischen den KVen sind nicht mit Morbiditäts-Unterschieden zu erklären", sagt KVNo-Chef Dr. Peter Potthoff der "Ärzte Zeitung".

Dauerhafter Standortnachteil

Historisch gewachsene Vergütungsunterschiede seien für die betroffenen KVen ein dauerhafter Standortnachteil.

"Es besteht eine eindeutige Rechtsgrundlage für die weitere Erarbeitung eines Konvergenzkonzepts", betont er. Die Umverteilung von Finanzmitteln zwischen den KVen lehnen die Initiatoren des Papiers ab.

Nicht alle KVen wollten unterschreiben

"Vielmehr fordern die KVen von den Kassen, für die Versorgung ihrer Versicherten eine gleiche Leistungsfähigkeit der ambulanten medizinischen Versorgung bundesweit herzustellen", heißt es dort.

"Das Papier hat allen KVen vorgelegen, aber es wollten nicht alle unterschreiben", so KVWL-Chef Dr. Wolfgang-Axel Dryden. Die beteiligten KVen wollten klare gesetzliche Regelungen, damit von den Kassen Geld für eine sockelwirksame Angleichung der Vergütung kommt.

Mit Ausnahme von Hessen werden die KVen als Arbeitsgemeinschaft "Länderübergreifender angemessener Versorgungsanspruch" (LAVA) am Mittwoch in Berlin ihre Forderungen präsentieren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
KVen setzen auf Ad-hoc-Allianzen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »