Ärzte Zeitung, 25.08.2011

Kommentar

Passgenauigkeit ist das Ziel

Von Ilse Schlingensiepen

Frauen sind anders als Männer. Diese banale Aussage trifft natürlich auch auf das Gesundheitswesen zu. Gerade Ärzte wissen aus eigener Erfahrung, dass Frauen und Männer sich nicht nur in der Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten unterscheiden, sondern oft auch unterschiedliche Krankheitssymptome und -verläufe haben.

Umso erstaunlicher ist es, dass in weiten Teilen des Gesundheitswesens die Patienten nach wir vor über einen Kamm geschoren werden. Diagnostik, Therapie und Nachsorge sind nicht auf die Belange der Geschlechter zugeschnitten. Mit einem Förderprogramm will NRW jetzt dazu beitragen, etwas zu ändern. Projekte mit Erfolg versprechenden Ansätzen für eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung erhalten eine Finanzspritze.

Wenn es gelingt, über die Förderung passgenaue Angebote auf den Weg zu bringen, ist das gut angelegtes Geld. Langfristig wird die Versorgung damit nicht nur qualitativ besser, sondern auch effizienter. Der differenzierte Blick auf das Gesundheitswesen darf dabei nicht bei der Unterscheidung zwischen den Geschlechtern halt machen. Auch soziale und psychologische Aspekte müssen künftig stärker Berücksichtigung finden.

Lesen Sie dazu auch:
NRW nimmt Geschlechter unter die Lupe

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »