Ärzte Zeitung, 08.09.2011

"Psychische Leiden sind regional fast gleich verteilt"

BERLIN (HL). Die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung widerspricht energisch Aussagen des Morbiditäts-Atlas der Barmer GEK, wonach ein Zusammenhang zwischen der Zahl der Psychotherapeuten in einer Region und der dortigen psychischen Morbidität bestehen soll. Dies sei ein verbreitetes Vorurteil.

Tatsächlich würden die meisten Depressionsdiagnosen von Hausärzten festgestellt; die Anzahl der Diagnosen, die von Psychotherapeuten gestellt würden, falle hingegen nicht ins Gewicht.

Nach dem Bundesgesundheitssurvey sind Menschen in strukturschwachen ländlichen Regionen nicht wesentlich seltener psychisch krank als in Großstädten.

Auch internationale Untersuchungen lieferten keinen Hinweis auf Prävalenzunterschiede in Abhängigkeit von der regionalen Verdichtung.

Nicht die reale Morbidität dargestellt

Im Morbiditäts-Atlas, so die Psychotherapeuten-Vereinigung, werde nicht die reale Morbidität, sondern nur die Zahl der diagnostizierten Erkrankungen dargestellt.

Somit dokumentiere der Atlas lediglich die hausärztliche und psychotherapeutische Unterversorgung in jenen Gebieten, in denen eine geringere Krankheitslast diagnostiziert worden ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

17.18Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigen sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »