Ärzte Zeitung, 05.03.2012

Bund soll Unis finanzieren

Lange stand die Hochschul-Finanzierung auf wackeligen Beinen - damit soll bald Schluss sein: Die Koalition will, dass mehr Bundesgelder in die Universitäten fließen. Dazu muss sie an das Grundgesetz ran.

Bund soll Unis finanzieren

In den Geldtopf der Unis soll auch der Bund einzahlen, meint die Koalition.

© nucro / Fotolia

BERLIN (HL). Noch in dieser Legislaturperiode will die Regierungskoali tion Artikel 91b des Grundgesetzes mit dem Ziel ändern, dass Bund und Länder künftig gemeinsam Universitäten und Fachhochschulen finanzieren dürfen.

Bislang konnte der Bund lediglich Einrichtungen der wissenschaftlichen Forschung außerhalb von Hochschulen fördern.

Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung gestern mitteilte, würde die geplante Grundgesetzänderung bedeuten, dass der Bund künftig stärker als bisher sowohl Verbindungen zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als auch zwischen Hochschulen unterstützen kann.

Damit wird es möglich, nicht nur zeitlich und thematisch begrenzte Projekte wie die Exzellenzinitiative oder den Hochschulpakt zu fördern, sondern auch, dauerhaft Institutionen mitzufinanzieren.

Kofinanzierung des Bundes soll Hochschulen stärken

"So viel Kooperation war noch nie", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Bund und Länder hätten damit mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich als vor der Föderalismusreform von 2006.

Schavan erhofft sich von der dauerhaften Kofinanzierung des Bundes eine "deutliche Stärkung der Hochschulen". Das komme auch den Studenten zugute. 2017 laufe die Exzellenzinitiative aus, mit der der Bund über Projektmittel einzelne Vorhaben fördert.

Daher habe sich nun die Frage nach einer langfristig gesicherten Finanzierung gestellt.

Das Bildungsministerium wird nun einen Referentenentwurf erarbeiten, der nach der Ressortabstimmung mit den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden beraten wird.

Noch vor der Sommerpause soll das Bundeskabinett die Grundgesetzänderung beschließen; Bundestag und Bundesrat sollen im Herbst abstimmen. Zum 1. März könnte die Grundgesetzänderung in Kraft treten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Stärkere Basis für die Universitäten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[05.03.2012, 21:52:37]
Dr. Niki Zuka 
ich frage mich warum
Welches sind die Motive dafür, ein Grundgesetz zu ändern, das ist hier für mich die Frage. Was ist mit einer möglichen Einflußnahme von Politik und Industrie auf die Lehrinhalte etc. der Universitäten durch die Hintertür? Ich bin da eher mißtrauisch als euphorisch. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Pneumologen kritisieren Grenzwerte für Fahrverbote

16.30 hMehr als hundert Lungenspezialisten bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx). mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Lebensmittelallergie kommt oft mit dem Alter

Viele glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »