Ärzte Zeitung, 04.07.2012

Kommentar zum Unionsvorschlag

Richtiger Befund, dürftige Therapie

Von Florian Staeck

Der Befund ist richtig, die Therapievorschläge dünn: Eine Arbeitsgruppe aus Union und FDP im Bundestag hat mehrere Monate darüber gebrütet, wie ländliche Regionen attraktiv bleiben können - gerade mit Blick auf die soziale, wohnortnahe Infrastruktur.

An Brisanz fehlt es nicht: Deutschland schrumpft, und seine Provinz wird ganz besonders von Alterung und Abwanderung betroffen sein.

In dem Papier wird das Kernproblem erkannt: Wer den Hausarzt vor Ort will, wer gute Schulen und kulturelle Einrichtungen fordert, der muss Kräfte bündeln und - finanzielle - Prioritäten setzen.

Was die Parlamentarier aber unter der Rubrik "Sozialer Zusammenhalt, Betreuung, Gesundheit und Pflege" zusammengetragen haben, ist dürftig. Auf kaum 30 Zeilen werden nur Schlagworte präsentiert.

Da soll die Telemedizin ebenso gestärkt werden wie die ambulante Pflege. Oder der Rat, Kommunen sollten häufiger Räumlichkeiten für Zweitpraxen zur Verfügung stellen oder einen "Telenotarzt" installieren.

Das Sammelsurium von Überschriften lässt nur einen Schluss zu: Wer ländliche Räume attraktiv halten will, muss mehr Gehirnschmalz investieren, als es Union und FDP getan haben.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
"Telenotärzte" für ein attraktives Landleben

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