Ärzte Zeitung, 12.12.2012

Kiel

Kampagne für Schwangere ohne Versicherung

Im Norden setzen sich Ärzte dafür ein, dass Kommunen die Kosten rund um die Geburt für werdende Mütter ohne Versicherung übernehmen.

KIEL. Kieler Ärzte und Gesundheitsinstitutionen fordern eine kommunale Kostenübernahme für Schwangerenvorsorge, Geburten und öffentlich empfohlene Impfungen der Kinder. Damit soll eine Lücke für nicht versicherte werdende Mütter geschlossen werden.

"In unsere Sprechstunde kommen häufig junge Frauen, die hochschwanger sind, aber noch keine Vorsorgeuntersuchungen bekommen haben. Weil sie nicht versichert sind, können sie sich den Gang zum Frauenarzt nicht leisten", sagte Thomas Schroeter vom Kieler Medibüro, das Menschen ohne Krankenversicherung im Krankheitsfall an Ärzte in der Landeshauptstadt vermittelt.

Nach Angaben von Kinderarzt Schroeter stellen auch die Geburt in einer Klinik und die ersten Impfungen die betroffenen Schwangeren vor unlösbare Probleme.

Schroeter: "Es ist einfach unverantwortlich, dass Menschen mit gesundheitlichen Problemen in diesem wohlhabenden Land keinerlei Hilfe bekommen."

Mit der Kampagne "Fairer Start ins Leben" sammeln die Initiatoren derzeit Unterschriften. In Kiel haben nach Angaben des Medibüros bereits einige Parteien signalisiert, das Thema in ihre Wahlprogramme für die bevorstehende Kommunalwahl aufzunehmen.

Zu den Erstunterzeichnern zählen auch die Frauen- und die Kinderklinik der Uni, der Berufsverband der Gynäkologinnen im Norden, der Verband der Hebammen sowie namhafte Ärzte. (di)

www.medibuero-kiel.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »