Ärzte Zeitung, 22.10.2015

NRW-Gesundheitspreis

Land zeichnet fünf Projekte aus

Die Sieger des Gesundheitspreises haben ein gemeinsames Ziel: die Hilfe für Menschen in prekärer Lage.

KÖLN. In NRW stehen die Gewinner des Gesundheitspreises fest. 2015 teilen sich fünf Projekte zu gleichen Teilen den mit 15 000 Euro dotierten Preis. Alle haben die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen zum Ziel.

Die Initiative "Flüchtlinge im Blick" der Beratungsstelle pro familia in Bonn konzentriert sich darauf, Frauen und Mütter in Flüchtlingsunterkünften über die Versorgungsangebote in Deutschland zu informieren und sie in die Regelversorgung zu integrieren.

"Die Beratungen in Asylunterkünften, Deutschkursen oder Gemeindecafés sind auch ein wichtiger Schritt, um die Prävention für geflüchtete Frauen und Kinder zu stärken", sagte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Eine Jury der Landesgesundheitskonferenz hatte für den Preis eine Vorauswahl unter 73 eingereichten Projekten getroffen, die Letztentscheidung lag bei Steffens.

Das seit 20 Jahren währende Engagement des Vereins "Medizinische Hilfe für Wohnungslose in Düsseldorf" hielt die Ministerin ebenfalls für preiswürdig. "Durch die Hilfe, Beratung und Behandlung im Gesundheitsbus, in Obdachlosenpraxen und Krankenzimmern hat der Verein in Düsseldorf eine medizinische Versorgung für Wohnungslose aufgebaut, die durch die Akzeptanz in der Zielgruppe auch im Bereich der Prävention Erfolge erzielt."

Für ihr Projekt "Arbeitslosigkeit und Gesundheit - integrierte Gesundheits- und Arbeitsförderung für die Stadt Essen" sind die Kommunale Gesundheitskonferenz und das Jobcenter Essen ausgezeichnet worden. Hier geht es darum, die Gesundheits- und Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen durch die enge Vernetzung der beteiligten Akteure zu verbessern.

Die Uni Witten/Herdecke setzt sich durch praktische Angebote und die Entwicklung von Konzepten für Fortschritte in der zahnärztlichen Behandlung von mehrfach und schwer geistig behinderten Menschen ein.

Den Bedürfnissen von Kindern krebskranker Eltern widmet sich das Projekt "Brückenschlag - phasenübergreifende Unterstützung für krebskranke Eltern und ihre minderjährigen Kinder" des Euregionalen Comprehensive Cancer Centers Aachen. Die Preisverleihung für alle fünf Preisträger findet am 10. Dezember im Düsseldorfer Landtag statt. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Krebspatienten, die zusätzlich unbewiesene Heilverfahren nutzen, verschlechtern wohl ihre Überlebenschance. Die Erklärung ist nicht in der Komplementärmedizin selbst zu suchen. mehr »

KBV kämpft um Autonomie der Ärzte

Die im TSVG enthaltenen verpflichtenden Mindestsprechzeiten sind der KBV nach wie vor ein Dorn im Auge. Der Vorstand fordert nun die Regierung auf, diesen Passus zu streichen. Und das ist nicht der einzige Änderungsvorschlag. mehr »

Kurskorrektur in der Alzheimerforschung?

Offenbar entzieht sich das Gehirn bei Morbus Alzheimer dem Immunsystem. Checkpoint-Hemmer aus der Krebstherapie könnten dies verhindern. Bei Mäusen klappt das schon. mehr »