Ärzte Zeitung online, 28.03.2017

Schleswig-Holstein

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt.

BAD SEGEBERG. Das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi (Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik) wird fortgesetzt. KV und Krankenkassen in Schleswig-Holstein haben sich nach langen Verhandlungen auf eine neue Vereinbarung für das bundesweit einmalige Programm im Norden geeinigt. Die neue Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft.

Die Vertragspartner gaben bekannt, dass das Programm weiterentwickelt und modernisiert werden soll. So sollen unter anderem die Prozessabläufe schrittweise auf digitale Vernetzung der beteiligten Ärzte umgestellt werden. Alle Befunde, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen der Patientinnen sollen digital erfasst und über eine gesicherte IT-Plattform den anderen beteiligten Ärzten übermittelt werden. Damit sollen die Zweitbefundung beschleunigt und Kosten gespart werden.

"Eine gute Nachricht"

Schleswig-Holsteins KV-Chefin Dr. Monika Schliffke, die sich zuvor in vielen Veranstaltungen für den Erhalt von QuaMaDi eingesetzt hatte, sprach von einer "guten Nachricht für alle Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben, bei denen der Verdacht auf Brustkrebs besteht und die bereits einmal eine Brustkrebserkrankung erleben mussten." Die Kassen setzen darauf, dass das Programm "zeitgemäß, zukunftssicher, schneller und effektiver sein wird".

KV und Krankenkassen starteten QuaMaDi 2005 mit dem Ziel, Brustkrebs früh zu erkennen und damit die Heilungschancen zu verbessern. Dieses Ziel ist erreicht: Nach Angaben der Vertragspartner liegt die Überlebenschance 20 Prozent höher, wenn ein Tumor frühzeitig in QuaMaDi entdeckt wird. Dennoch hatten die Krankenkassen das Programm zuletzt in Frage gestellt, auch eine Förderung durch den Innovationsfonds war wie berichtet gescheitert.

Vier Augen sehen mehr

Jährlich finden in QuaMaDi 75.000 Untersuchungen statt. 370 Gynäkologen, 70 Radiologen und vier klinische Referenzzentren sind beteiligt.

Zentrales Element von QuaMaDi ist, dass zwei radiologisch tätige Ärzte unabhängig voneinander Mammographien und ergänzende Aufnahmen beurteilen und im Zweifelsfall ein klinisches Zentrum eingeschaltet wird. Dieses Mehr-Augen-Prinzip verhindert unnötige operative Eingriffe und stationäre Behandlungen. (di)

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