Ärzte Zeitung, 23.10.2009

GBA erweitert COPD-Empfehlung

BERLIN (fst). Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Erstattung der medikamentösen Nikotin-Ersatz-Therapie (NET) durch die Kassen für solche Patienten empfohlen, die in einem DMP COPD eingeschrieben sind. Der GBA hat dazu eine Aktualisierung des DMP veröffentlicht. Zuvor hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die vorliegenden Leitlinien zu COPD auf ihre Evidenz hin geprüft. Nun muss das Bundesgesundheitsministerium entscheiden, ob es diese Vorgaben im Wege einer Rechtsverordnung umsetzt.

Begründet wird der GBA-Vorschlag zur Erstattung der NET durch die Kassen damit, Raucher würden am häufigsten dann abstinent, wenn psychosoziale Maßnahmen mit einer medikamentösen Therapie kombiniert wird. Geeignet dafür sei unter anderem die Nikotinersatztherapie.

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) hält den Beschluss für "bemerkenswert". Obwohl NET-Präparate rezeptfrei seien, habe der GBA für die Erstattung plädiert. Bislang legt Paragraf 34 SGB V fest, dass - mit wenigen Ausnahmen - rezeptfreie Arzneien für Erwachsene nicht von den Kassen bezahlt werden dürfen. Ausdrücklich werden Raucherentwöhnungsmittel ausgeschlossen. Daher hält der BAH es für möglich, dass das Gesundheitsministerium den Beschluss beanstandet.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »