Ärzte Zeitung, 02.03.2011

Kabinett erleichtert die Schmerztherapie in der Palliativmedizin

Hospize sollen künftig Betäubungsmittel bevorraten dürfen

BERLIN (HL). Erstmals werden in Deutschland cannabishaltige Fertigarzneimittel in der Schmerztherapie zugelassen. Außerdem können Hospize künftig Betäubungsmittel in einen Notfallvorrat aufnehmen.

hospiz-A.jpg

Im Hospiz: Medikamentenrationen zur Schmerzlinderung.

© dpa

Eine entsprechende Änderung der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Sie bedarf nun noch der Zustimmung des Bundesrates.

Bislang ist für jeden Fall eine gesonderte Verschreibung durch einen qualifizierten nötig; das gilt auch für Wiederholungsrezepte.

Das führte insbesondere nachts und an Wochenenden zu Verzögerungen bei der Versorgung schwerstkranker und an Schmerzen leidender Patienten.

Die jetzt beschlossene Änderung des Betäubungsmittelrechts sieht vor, dass auch cannabishaltige Fertigarzneimittel in der Schmerzbehandlung zugelassen werden.

Nicht aufgebrauchte Schmerzmittel dürfen künftig auch bei anderen Patienten verwendet werden. Für Hospize wird es möglich, einen Notfallvorrat an Betäubungsmitteln anzulegen.

Die Regelung gilt für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung; auch ambulante Palliativteams können übrig gebliebene Betäubungsmittel bei anderen Patienten weiterverwenden.

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7573)
Krankheiten
Schmerzen (4655)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »