Ärzte Zeitung, 13.03.2013

Ade Praxisgebühr

Arzneiausgaben ziehen im Januar an

Viele Versicherte haben die Abschaffung der Praxisgebühr abgewartet. Im Januar sind die Arzneiausgaben in die Höhe geschnellt.

Von Florian Staeck

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FRANKFURT/MAIN. Dem starken Ausgabenrückgang für Arzneimittel und Impfstoffe im Dezember 2012 ist im Januar dieses Jahres ein Sprung in der Ausgabenentwicklung gefolgt.

Ärzte haben im ersten Monat des Jahres für 2,717 Milliarden Euro Arzneimittel und Impfstoffe verordnet, ein Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit.

Zugrunde gelegt bei dieser Zahl sind die Apothekenverkaufspreise, abgezogen sind bereits die Zwangsrabatte für Pharmaunternehmen und Apotheken. Dagegen bleiben Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen unberücksichtigt.

Wohl ein einmaliger Verschiebungseffekt

Noch stärker als die Ausgaben ist mit 9,8 Prozent die Zahl der abgegebenen Packungen gestiegen, und zwar auf 63,55 Millionen.

Naheliegend für diese Entwicklung ist ein Nachholeffekt: Im Dezember 2012 ist die Packungszahl in einer Größenordnung zurückgegangen, wie sie im Januar wieder gestiegen ist.

Als wesentlicher Grund für diesen Verlauf wird die Abschaffung der Praxisgebühr zum Ende 2012 angesehen. Damit dürfte es sich auch nur um einen einmaligen Verschiebungseffekt handeln.

Überdurchschnittlich stark hat im Januar die Verordnungszahl bei den nicht-verschreibungspflichtigen Präparaten zugelegt. Sie legten um 16,4 Prozent auf knapp neun Millionen Packungen zu. Diese machen allerdings lediglich sechs Prozent der GKV-Ausgaben aus.

Deutlich beeinflusst wird diese Entwicklung von saisonalen Effekten. Denn rund 30 Prozent Marktanteil an diesem OTC-Segment entfiel im Januar auf Schmerzmittel und Erkältungspräparate - Resultat der beginnenden Erkältungs- und Grippewelle.

Diese Annahme wird gestützt durch einen zweistelligen Absatzzuwachs bei mehreren Gruppen von Antibiotika-Präparaten.

Zwangsabschläge stiegen

Auch bei chronisch kranken Patienten, die eine Dauermedikation erhalten (etwa Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Schilddrüsenmedikamente), verzeichnet IMS Health im Januar zweistellige Zuwachsraten.

Die Ausgaben für Vakzine beliefen sich zum Jahresstart auf 64,5 Millionen Euro, ein Zuwachs von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Treiber dieser Entwicklung sind nach Angaben von IMS Health Pneumokokken-Impfungen sowie HPV- und FSME-Impfstoffe gewesen.

Die Mehrausgaben der Kassen haben auch die Zwangsabschläge steigen lassen. Arzneihersteller mussten im Januar statt 206 nun 217 Millionen Euro abführen. Für Apotheker ist der Zwangsrabatt von 106 (Januar 2012) auf 98 Millionen Euro gesunken.

Grund ist der um rund zehn Prozent gestiegene Anteil an N3-Packungen, die abgegeben wurden. Da der Nachlass pro Packung fällig wird, fällt der Rabatt entsprechend geringer aus.

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