Ärzte Zeitung online, 14.04.2015

Lieferengpässe

Cannabis wird knapp

BERLIN. Schwerkranke Patienten, die Cannabis als legales Schmerzmittel bekommen, müssen wegen Lieferschwierigkeiten mitunter wochenlang auf ihr Medikament warten.

Das räumte das Gesundheitsministerium in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken ein.

Anfang und Ende 2014 seien bei den Lieferungen aus den Niederlanden Engpässe aufgetreten.

Das habe zu Verzögerungen "von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen" geführt, heißt es in dem Ministeriumsschreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" (Dienstag) darüber berichtet.

Nur 382 Patienten bundesweit

Nach einer offiziellen Statistik dürfen derzeit bundesweit 382 Schmerzpatienten ganz legal Cannabis beziehen.

Dabei verlässt sich die Bundesregierung eigenen Angaben zufolge bislang ausschließlich auf Importe aus den Niederlanden, was bei Linken und Grünen auf Kritik stößt.

"Bei Lieferengpässen werden so Patientinnen und Patienten billigend im Stich gelassen", beklagte der drogenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Frank Tempel.

Harald Terpe von den Grünen ergänzte: "Bei anderen Medikamenten wäre das ein unhaltbarer Zustand." Beide fordern deshalb eine Cannabis-Agentur zum lizenzierten Hanfanbau.

Die Koalitionspläne sehen bislang jedoch lediglich vor, dass Schmerzpatienten ab 2016 Cannabis auf Rezept erhalten können.

Hintergrund ist ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts. Drei Patienten war dort der heimische Cannabis-Anbau erlaubt worden, weil entsprechende Medikamente für sie wegen der fehlenden Kostenübernahme unerschwinglich seien. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[17.04.2015, 06:59:19]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
beim amerikanischen Geheimdienst nachfragen, der finanziert seine guten Kriege damit.
Tabak und Schnaps ist auch zu teuer zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »