Ärzte Zeitung, 13.01.2017

Präzise Arzneitherapie

BfArM und TK erhalten Geld aus Fördertopf

BERLIN. 1,5 Millionen Euro fließen aus dem Innovationsfonds an ein Forschungsvorhaben unter Federführung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Bei dem Projekt "Einfluss metabolischer Profile auf die Arzneimitteltherapiesicherheit in der Routineversorgung" (EMPAR) untersuchen Wissenschaftler der Behörde, welchen Einfluss pharmakogenetische Faktoren auf die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteltherapien haben. Partner ist die Arbeitsgruppe "Pharmakoepidemiologie" am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Weiterer Kooperationspartner ist die Techniker Kasse.

"EMPAR" ist auf drei Jahre angelegt und geht der Frage nach, ob die genetische Veranlagung dazu beiträgt, wie Patienten auf ein Arzneimittel reagieren und ob diese Unterschiede in ihrem Einfluss auf die Inanspruchnahme von GKV-Leistungen erkennbar sind.

Um diese Zusammenhänge herauszufinden, schreibt die TK Versicherte ab 60 Jahren an, die mindestens ein Arzneimittel einnehmen, von dem man weiß, dass es aufgrund der genetischen Unterschiede in der Bevölkerung unterschiedlich verstoffwechselt wird.

Wenn sie einer Teilnahme zustimmen, geben sie einen Wangenabstrich ab, aus dem man feststellen kann, wie sie das Arzneimittel tatsächlich verstoffwechseln. Künftig könnten solche Untersuchungen dafür eingesetzt werden, die Medikation individueller auf die Versicherten abzustimmen, heißt es. "Das Projekt trägt damit zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei", sagt Dr. Britta Hänisch vom DZNE. Der Innovationsausschuss beim GBA hat neben "EMPAR" weiteren 61 Projekten eine Förderzusage erteilt. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »