Ärzte Zeitung online, 14.08.2014
 

"Horrende Preise"

Ersatzkassen wollen am AMNOG drehen

Der Verband der Ersatzkassen fordert, dass der Erstattungspreis für neue Arzneien auch rückwirkend gelten soll.

BERLIN. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) klinkt sich in die Debatte über die Preisbildung für neue innovative Arzneimittel ein. Aufhänger ist wiederum das Hepatitis-C-Medikament Sovaldi®.

In den ersten zwölf Monaten, nachdem ein neuer Wirkstoff auf den Markt gekommen ist, kann der Hersteller den Preis frei festsetzen. Vdek-Verbandschef spricht in diesem Zusammenhang von "horrenden Preisen". Erst ab dem 13. Monat gilt der von GKV-Spitzenverband und Hersteller ausgehandelte Erstattungsbetrag.

Der Verband schlägt vor, dass der ausgehandelte Erstattungsbetrag rückwirkend - also mit dem ersten Monat des Inverkehrbringens - gelten soll.

Als Beispiel für überhöhte Preise nennt der vdek das Präparat Sovaldi® zur Behandlung von Patienten mit Hepatitis C. Der Hersteller Gilead verlange je Tablette mehr als 700 Euro. Bereits Anfang August hat die AOK Niedersachsen über den hohen Preis des Medikaments geklagt.

Mitte Juli hatte der Gemeinsame Bundesausschuss dem Wirkstoff Sofosbuvir zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virusinfektion (HCV) einen beträchtlichen Zusatznutzen attestiert. (eb)

Topics
Schlagworte
Nutzenbewertung (349)
Krankenkassen (16907)
Organisationen
AOK (7204)
Krankheiten
Hepatitis C (674)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »