Ärzte Zeitung, 22.05.2015

In Deutschland

Betmiga™ zum 1. Juni außer Vertrieb

MÜNCHEN. In den Verhandlungen zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) und Astellas Pharma Deutschland konnte keine Einigung für den künftigen Erstattungsbetrag von Mirabegron (Betmiga™) erzielt werden.

Deshalb werde der Vertrieb des Beta-3-Adrenozeptoragonisten Mirabegron in Deutschland zum 1. Juni 2015 eingestellt, teilt das Unternehmen mit.

Der GBA hatte vorausgehend die eingereichten Studiendaten auf Basis methodischer Anforderungen als nicht ausreichend für die Zuordnung eines Zusatznutzens gewertet.

Astellas Pharma bedauert diese Entwicklung sehr und ist weiterhin vom Nutzen des Medikaments, das zur Therapie bei überaktiver Blase zugelassen ist, überzeugt und sieht sich in dieser Auffassung auch durch die positiven Bewertungen durch NICE (England) und SMC (Schottland) bestätigt.

Der therapeutische Wert des Wirkstoffs sei in klinischen Phase-III-Studien und im tatsächlichen Versorgungsalltag von Experten und Patienten bestätigt worden, so das Unternehmen. Der GKV-Spitzenverband und Astellas Pharma hätten die Verhandlungen um den künftigen Erstattungsbetrag von Mirabegron (Betmiga™) beendet.

Es konnte kein Konsens für den künftigen Erstattungsbetrag zu Mirabegron erzielt werden, heißt es in der Mitteilung. Im nächsten Schritt werde das Schiedsstellenverfahren gestartet.

Nach Abschluss dieses Prozesses werde Astellas Pharma die Situation erneut prüfen. Patienten, die aktuell mit Mirabegron behandelt werden, müssen, so das Unternehmen, in Kürze mit ihrem behandelnden Arzt eine jeweils individuelle Therapieumstellung vornehmen.

In anderen Ländern Europas und weltweit bleibe Betmiga™ unverändert erhältlich und könne in Deutschland über Apotheken als Einzelimport bezogen werden. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[22.05.2015, 17:29:56]
Ursula Grolman 
Konsequenzen aus dem GKV-SV Verhalten (keine Eiigung für den Estattungsbetrag)
Leider wird jetzt wieder einmal aus politischen und monitären Günden ein innovaties Arzneimittel den betroffenen Patieten in der BRD vorenhalten.
So Forschung und Entwicklung neuer,potenter Wikstoff in der BRD behindert, gar unmöglich gemacht.
Die Auswirkungen auf die davon betroffenen Arbeitsplätze (Wegfall) in der Pharmaindustrie scheinen dabei auch keine Rolle zu spielen.
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »