Ärzte Zeitung online, 11.02.2019

TSVG

CSU sieht Hausarzt weiterhin als erste Anlaufstelle

Im TSVG sieht die bayerische Union Licht und Schatten. Die Hausarztverträge sollen bleiben.

MÜNCHEN. Die bayerische CSU-Landtagsfraktion spricht sich gegen eine Aushebelung der Hausarztverträge sowie höhere Hürden für die Behandlung von psychisch kranken Menschen durch das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) aus.

Wie der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Bernhard Seidenath, mitteilte, hätten sich die Hausarztverträge bewährt. Der Hausarzt sei für die meisten Menschen der „Arzt des Vertrauens“.

Als „Ratgeber und Wegweiser“ sei er für seine Patienten unabdingbar. „Deshalb lehnen wir grundsätzliche Änderungen im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes des Bundesgesundheitsministeriums ab“, so der Politiker. Einen entsprechenden Antrag habe die CSU-Fraktion in den Bayerischen Landtag eingebracht.

Gleichzeitig plädiert der Gesundheitsexperte dafür, den einfachen Zugang für Patienten zu Psychotherapeuten zu erhalten. Erkrankte Menschen müssten weiterhin frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen dürfen, ohne sich unbekannten Gutachtern offenbaren zu müssen, sagte Seidenath.

Die Schaffung hierarchischer Zuweisungswege stelle zudem die bestehende Qualifikation der Vertragsärzte und Psychotherapeuten infrage, ergänzte CSU-Gesundheitsexperte Klaus Holetschek. „Das wirkt auch dem Ziel entgegen, die Gesundheitsberufe attraktiver zu machen und mehr junge Menschen dafür zu gewinnen.“

Um die flächendeckende Heilmittelversorgung langfristig sicherzustellen, solle der Verdienst von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren, medizinischen Bademeistern und Podologen verbessert werden.

 „Hier müssen wir vor allem dafür sorgen, dass weniger unnötige Bürokratie die Arbeit in den Gesundheitsfachberufen behindert“, so Seidenath. Insgesamt sieht Seidenath in dem TSVG-Entwurf aber „viele sehr gute Punkte“, etwa die Möglichkeit der fernmedizinischen Behandlung. (sct)

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