Ärzte Zeitung, 03.09.2008

Schmidt stärkt Hausärzten den Rücken

Interview mit der Bundesgesundheitsministerin / Kein Spielraum für höheren Steuerzuschuss zum Fonds

BERLIN (vdb/ble). Die Hausärzte werden in den nächsten Jahren eine noch wichtigere Rolle in der Versorgung der Bevölkerung spielen. Davon zeigte sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im Interview mit der "Ärzte Zeitung" überzeugt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt im Dialog mit Chefredakteur Wolfgang van den Bergh.

Foto: eh

"In einer Gesellschaft des längeren Lebens mit mehr chronisch kranken und multimorbiden Menschen geht es einfach nicht ohne Hausärzte", sagte die Ministerin. Wichtig sei dabei die Vernetzung aller Akteure.

Für die Ministerin ist ein Kernaspekt der Gesundheitsreform 2007 zudem eine angemessene Bezahlung der Mediziner: "Die Ärzte sollen nicht nur eine faire, sondern auch eine transparente und kalkulierbare Vergütung bekommen", so Schmidt. Sie räumte ein, dass sie sich bereits für 2007 eine komplette Umsetzung der Reform gewünscht hätte.

Mit Blick auf die Diskussion um Medizinische Versorgungszentren sagte die Ministerin, dass sie am System der ambulanten und stationären Versorgung festhalte.

Keinen Spielraum sieht Schmidt für einen höheren Steuerzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. "Der Bund schreibt immer noch rote Zahlen", so die Ministerin zu den anhaltenden Spekulationen über den Beitragssatz des 2009 startenden Gesundheitsfonds. Eine eigene Prognose gab sie nicht ab.

Vorrangiges Ziel der Koalition sei der Abbau der Neuverschuldung. "Deswegen ist derzeit im Haushalt nicht noch mehr Geld für den Fonds vorhanden." Ab 2009 soll der Steuerzuschuss für den Fonds um jährlich 1,5 Milliarden Euro steigen. In diesem Jahr betrug er 2,5 Milliarden Euro.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
Ulla Schmidt: "Die Honorarreform wird für eine faire, transparente und kalkulierbare Vergütung sorgen"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »