Ärzte Zeitung, 17.04.2009

Kommentar

Für eine gute Idee muss man werben

Von Dirk Schnack

Die Interdisziplinäre Frühförderung (IFF) ist ein Ansatz, den viele Patienten und Ärzte begrüßen: Heilpädagogen, Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten arbeiten unter einem Dach zusammen, um abgestimmt die richtigen Therapien für Kinder mit Entwicklungsstörungen anzubieten. Doch um die IFF zu etablieren, brauchen die Praxisinhaber einen langen Atem. Zudem müssen die anderen Therapeuten angestellt, hohe räumliche Anforderungen erfüllt werden.

Wer die Investitionen wagt, steht schnell vor dem nächsten Problem: Patienten dürfen nur auf ärztliche Überweisung und in Abstimmung mit dem Amtsarzt behandelt werden. Dies gelingt aber nur, wenn die Ärzte das Angebot auch kennen. Hier stoßen die IFF-Praxisinhaber schnell an ihre Grenzen. Sie können ihr Angebot nicht jedem Haus- und Kinderarzt im Umkreis von 30 bis 50 Kilometern persönlich vorstellen. Sie können auch nicht verhindern, dass andere Therapeuten um ihre Patienten bangen und Stimmung gegen die IFF machen. Solche Anlaufprobleme gefährden nicht nur die Existenz der ersten IFF-Praxisinhaber, sondern schrecken weitere Interessierte auch ab. Wenn die IFF flächendeckend etabliert werden soll, muss für das Angebot geworben werden.

Lesen Sie dazu auch:
Hausärzte überweisen Kinder bisher nur selten zur Frühförderung

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