Ärzte Zeitung, 11.05.2010

KBV will neun Prozent mehr Honorar für 2011

KBV will neun Prozent mehr Honorar für 2011

Der Wirtschaftskrise zum Trotz - wegen gestiegener Kosten und mehr Morbidität fordert die KBV neun Prozent mehr Honorar im kommenden Jahr.

DRESDEN (HL). Mit Blick auf die bis zum 31. August zu vereinbarenden Eckwerte für die Weiterentwicklung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung hat die KBV eine Honorarsteigerung von insgesamt etwa neun Prozent für 2011 gefordert. Die Krankenkassen reagierten bereits entsetzt und werten das Forderungspaket vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise als unrealistisch.

Allerdings sind bei der Weiterentwicklung der ärztlichen Vergütung gesetzliche Kriterien zu beachten. Mit 1,93 Prozent Zuwachs schlägt die Morbiditätsentwicklung zu Buche. Das wäre ein Betrag von etwa 600 Millionen Euro.

Den größten Zuwachs machen die Ärzte bei der Kostenentwicklung mit zwei Milliarden Euro geltend. Sie untermauern das mit neuen Daten des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung, das die Kostenentwicklung in den Arztpraxen seit 2004 berechnet hat.

Ein weiteres Element wachsender Honorare sollen Verlagerungen von Leistungen aus Krankenhäusern in die ambulante Medizin sein. Von Gesetzes wegen muss auch dies berücksichtigt werden. Bislang hatte es aber Schwierigkeiten gegeben, die dazu benötigten Daten vor allem von den Krankenkassen zu bekommen. Nach Einschätzung von KBV-Chef Dr. Andreas Köhler kann allein dies etwa 230 Millionen Euro ausmachen.

Auf der Agenda der Honorarpolitik steht außerdem die Neuaufnahme von Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Das sind etwa die Balneophototherapie mit 39,50 Euro inklusive Sachkosten. Da aber gleichzeitig mit der Abrechnungsmöglichkeit eine Vereinbarung zur Qualitätssicherung in Kraft treten soll, wird die EBM-Regelung wohl nicht zum 1. Juli wirksam.

In Verhandlung - zum 1. Juli - sind die Aufnahme des Neugeborenen-Hörscreenings, die Vakuumbiopsie der Brust, die Histopathologie beim Hautkrebsscreening und die diamorphingestützte Substitutionsbehandlung. Die Intravitreale Injektion bei AMD wurde auf Wunsch der Kassen erneut zurückgestellt.

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