Ärzte Zeitung, 16.11.2010

Kommentar

Guter Kompromiss um Bachelor

Von Christian Beneker

Lange haben sie gerungen und schließlich einen Kompromiss gefunden, bei dem alle Beteiligten ihr Gesicht wahren können. Der Wissenschaftsrat hat grünes Licht gegeben für die Gründung der European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) und damit für den ersten Bachelor-Master-Studiengang in der Medizin in Deutschland. Lange hatte sich das BMG gesperrt gegen die Idee aus dem Nordwesten der Republik. Nun gibt es eine Lösung, die sich sehen lassen kann: Studiert wird hier wie dort nach dem neuen System. Das Staatsexamen bleibt auch in Oldenburg das Maß der Dinge. Den Master in Geneeskunde gibt es damit nur in Groningen.

Die Bundesärztekammer fürchtet um die Qualität - sie glaubt, die Probleme in der Patientenversorgung würden durch die EMS "um ein Vielfaches potenziert".

Die Kritik schießt über das Ziel hinaus. Dass die Ärzte, die in Holland ausgebildet wurden, die Probleme der Versorgung in Deutschland potenzieren, ist bisher nicht bekannt. Jetzt kommt es darauf an, das europäische Experiment zu wagen. Wer in der Region ausgebildet wurde, bleibt gerne da. Den Patienten im Grenzland ist das nur zu gönnen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Neues Kapitel im Medizinstudium: Bachelor in Oldenburg und Groningen startet

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