Ärzte Zeitung, 25.11.2010

Genitalverstümmelung: Kammer will Aufklärung

DÜSSELDORF (iss). Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein fordert eine stärkere öffentliche Auseinandersetzung mit der Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen.

Das Thema müsse sowohl in der Ärzteschaft als auch in zuständigen Institutionen intensiver diskutiert werden, heißt es in einem von der Freien Ärzteschaft eingebrachten Antrag, den die Delegierten mit großer Mehrheit verabschiedeten.

"Wir müssen uns um Aufklärung kümmern", forderte Dr. Catherina Stauch als eine der Antragstellerinnen. Ärzte dürften nicht die Augen verschließen mit dem Verweis, dass es sich um eine Sitte aus einem anderen Kulturkreis handele.

Auch im Islam gelte die Genitalverstümmelung als Sünde, betonte sie. "Wenn ein somalisches Mädchen in den Sommerferien zu ihrer Großmutter nach Somalia fahren soll, dann müssen bei uns die Alarmglocken läuten", sagte Stauch.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Hier tummeln sich die meisten Hausärzte

Die Arztdichte in einer Region ist relevant für die Entscheidung, wo Allgemeinmediziner sich niederlassen – gerade für junge Ärzte. Unsere Karte des Monats zeigt, wo die Konkurrenz zwischen Hausärzten am größten ist. mehr »

Welche Ärzte die schwierigsten Fälle haben

Welche ärztliche Fachgruppe hat die Patienten mit den komplexesten Fällen zu behandeln? Kanadische Forscher haben dies anhand von speziellen Markern untersucht – und eine Rangliste erstellt. mehr »