Ärzte Zeitung, 06.12.2010

Garg will Ende der Schützengräben im Gesundheitswesen

KIEL (di). Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) will die Arbeit der Gesundheitsberufe besser vernetzen. Pflegekräfte müssen nach seiner Ansicht besser bezahlt werden. "Wir müssen aus den Schützengräben ambulant - stationär herauskommen", sagte Garg in Kiel.

Überwinden können die Gesundheitsberufe die Grenzen zwischen den Sektoren nach seiner Ansicht durch ein besseres Entlassungsmanagement in den Kliniken sowie durch einen Ausbau der Versorgungsketten. Sein Ministerium will in diesem Prozess eine Moderatorenrolle übernehmen.

Zugleich kündigte Garg an, dass die sich abzeichnenden Versorgungsprobleme nicht zu lösen sind, wenn außer dem Ärztemangel nicht auch die Personalengpässe in anderen Gesundheitsberufen behoben werden.

Als Beispiel nannte er die Knappheit in Pflegeberufen, die nach seiner Beobachtung in den vergangenen Jahren unberechtigt ein Schattendasein geführt haben.

"Wir müssen junge Menschen dazu motivieren, sich für einen Beruf im Gesundheitswesen zu entscheiden", forderte Garg. Bezahlung sei hierbei nicht das einzige, aber ein entscheidendes Argument.

Garg erwartet, dass die Bezahlung von Pflegekräften in den kommenden Jahren deutlich verbessert werden muss: "Ja, wir werden in Zukunft mehr für Pflege bezahlen müssen. Und wir werden auf Dauer die Gesundheitsversorgung nicht sicherstellen können, wenn wir die Pflege nicht besser einbinden", sagte Garg.

Ärzten riet Garg, den Nachwuchs nicht durch immer weitere negative Diskussionen über die Rahmenbedingungen ihres Berufes abzuschrecken. "Ohne die bestehenden Probleme verleugnen zu wollen, sollte die öffentliche Kommunikation über den Beruf überdacht werden", sagte Garg.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »