Ärzte Zeitung, 06.04.2011

KV Saarland warnt vor zentraler Datenerfassung

SAARBRÜCKEN (kin). Die Vertreterversammlung der KV Saarland hat vor einer zentralisierten Erfassung von Patientendaten gewarnt.

In einem Offenen Brief an Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wenden sich die KV-Vertreter auch gegen die geplanten ambulanten Kodier-Richtlinien und die elektronische Gesundheitskarte. Alles zusammen sei "ein Angriff auf das informationelle Selbstbestimmungsrecht unserer Patienten", heißt es in dem Brief.

Dadurch würden systematisch individuelle und intime Daten wie Diagnosen und Therapien ohne Kenntnis und individuelle Zustimmung der Betroffenen an die Kassen weitergeleitet.

Nach Ansicht der KV-Vertreter handelt es sich um ein "überbordendes Erfassungs- und Meldeverfahren", das nicht der Kostenkontrolle diene, sondern die Patienten zu unmündigen Verbrauchern degradiere.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »