Ärzte Zeitung, 17.05.2011

Quereinsteiger können leichter Allgemeinarzt werden

Rheinland-Pfalz senkt Anforderungen für Fachärzte

MAINZ (chb). In Rheinland-Pfalz wird Quereinsteigern der Zugang zur Allgemeinmedizin erleichtert. Einen entsprechenden Beschluss hat die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer mit großer Mehrheit gefasst.

Chance für Quereinstieg in Allgemeinmedizin

Wechsel in die Allgemeinarztpraxis: Rheinland-Pfalz macht den Quereinstieg leichter.

© Klaus Rose

Damit ist Rheinland-Pfalz das erste Bundesland, das Ärzten, die ihre Weiterbildung nicht in der Allgemeinmedizin absolviert haben, diese Möglichkeit eröffnet. Kammerpräsident Professor Frieder Hessenauer sieht darin einen weiteren Baustein im Kampf gegen den drohenden Ärztemangel in dem ländlich geprägten Bundesland.

Er ist optimistisch, dass Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) die entsprechende Änderung der Weiterbildungsordnung genehmigen wird. Positive Signale habe die Kammer bereits aus dem Ministerium empfangen, so Hessenauer.

Der entsprechende Passus in der geänderten Weiterbildungsordnung lautet nun: "Eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung ist als gleichwertige Weiterbildungszeit von 24 Monaten in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin anzuerkennen." Jetzt müssen interessierte Fachärzte lediglich noch zwei Jahre in der Hausarztpraxis nachholen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch der Deutsche Hausärzteverband auf seiner Frühjahrstagung für die Möglichkeit des Quereinstiegs stark gemacht.

Lesen Sie dazu auch:
Rheinland-Pfalz gibt Fachärzten eine Hausarztchance

[18.05.2011, 23:54:25]
Dr. Stephan Nautscher-Timmermann 
Sehr gute Idee
Ich hatte diese Möglichkeit bereits vor 5 Jahren (nach dem FA Anästhesie) in Erwägung gezogen, ließ mich aber durch die erneute mindestens 48 Monatige WB-Zeit abschrecken und habe mittlerweile eine andere Lösung für mich gewählt. Eigentlich unverständlich, dass man da jetzt erst drauf kommt: andere Fachärzte mit beiten medizinischen Vorkenntnissen (Chirurgie, Anästhesie, etc.) benötigen einfach keine jahrelange weitere Knechtung um gute/gleichwertige Allgemeinmedizin ausüben zu können ... guter Ansatz in RP mit der Hoffnung auf gleichziehende Bundesländer.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

17.18Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigen sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »