Ärzte Zeitung, 30.05.2011

Diabetiker im Nürnberger Praxisnetz besser eingestellt

Die Versorgung ist im Praxisnetz preiswerter und besser als im KV-System. Ärzte tragen dort Budgetverantwortung.

MÜNCHEN (sto). Kosten senken und Qualität steigern sind kein Widerspruch, meint der Vorsitzende des Nürnberger Praxisnetzes Qualität und Effizienz (QuE), Dr. Veit Wambach.

Das Netz könne seit 2007 belegen, dass es auch in Großstädten möglich ist, Wirtschaftlichkeitspotenziale in einem Praxisnetz zu heben und gleichzeitig die Qualität der Versorgung nachweisbar zu verbessern, berichtete Wambach bei einer Fachtagung der AOK Bayern in München.

Dem Netz gehören 61 haus- und fachärztliche Praxen an. Etwa 9500 Versicherte sind dort aktuell eingeschrieben.

Tatsächliche Ausgaben lagen unter den Normkosten

So lagen die tatsächlichen Ausgaben für die medizinische Versorgung der im Gesundheitsnetz QuE eingeschriebenen AOK-Versicherten in den Jahren 2007 bis 2009 im Durchschnitt um 11,7 Prozent unter den zu erwartenden Normkosten, wie sie im Risikostrukturausgleich (RSA) ermittelt werden, berichtete Wambach.

Auf der anderen Seite hätten die Ergebnisse zum DMP Diabetes Typ 2 gezeigt, dass die im QuE-Netz betreuten Patienten 2009 im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt bei der Blutdruckeinstellung um knapp 17 Prozentpunkte bessere Werte aufweisen. Beim HbA1c lagen die Werte um knapp 14 Prozentpunkte und bei der Funduskopie um 15 Prozentpunkte über dem bayerischen Durchschnitt, berichtete Wambach.

Verbesserte Behandlungsprozesse

Zu den Kernelementen einer erfolgreichen Vernetzung gehört nach Wambachs Aussagen unter anderem eine erfolgs- und qualitätsorientierte Vergütung und die Bereitschaft zur Übernahme der Budgetverantwortung für eingeschriebene Patienten.

Durch sektorenübergreifendes Versorgungsmanagement könnten Behandlungsprozesse verbessert werden. Ein wesentliches Instrument, um das Verhalten der beteiligten Ärzte zu beeinflussen, sei eine netzspezifische Vergütung, die auf mehreren Qualitätsindikatoren aufbaut, so Wambach. So sei es gelungen, Umfang und Qualität der zu erbringenden Leistungen zu steuern, erläutert er.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles dreht sich um die Ballaststoffe

Gegen die meisten Zivilisationskrankheiten gibt es offenbar ein simples Rezept: Ballaststoffe essen! Wer eine bestimmte Menge täglich isst, lebt länger, ergab eine Mega-Studie. mehr »

Der Brexit – Ein Politkrimi à la Shakespeare

Unser Londoner Korrespondent Arndt Striegler beobachtet das Brexit-Drama live vor Ort. Im britischen Unterhaus wird gerade ein politisches Endspiel inszeniert – weit weg von den realen Sorgen vieler Briten. mehr »

Portoerhöhung trifft Ärzte voll

Die Post will das Porto für Standardbriefe voraussichtlich zum 1. April 2019 erhöhen. Das Thema Arztbriefe will die KBV auch in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen. mehr »