Ärzte Zeitung, 04.07.2011

Ärzte in Ingolstadt sollen Kostenerstattung simulieren

Was kostet die Privatabrechnung in der GKV? Die KV Bayerns will das jetzt herausfinden und startet mit Ärzten aus Ingolstadt eine Umfrage - sie sollen die Kostenerstattung im Praxisalltag simulieren. Ziel ist ein Vergleich zwischen EBM- und GOÄ-Vergütung.

Ärzte in Ingolstadt sollen Kostenerstattung simulieren

Stempel drauf: Die Kostenerstattung wird jetzt in Ingolstadt simuliert.

© INSADCO / imago

MÜNCHEN (sto). Um die finanziellen Auswirkungen bei Einführung der Kostenerstattung bei gesetzlich Krankenversicherten abschätzen zu können, wurde jetzt von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und dem Praxisnetz GO IN in der Region Ingolstadt eine Umfrage in den Praxen gestartet.

Dabei sollen in den Praxen in den Landkreisen Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Neumarkt für eine fiktive Parallelabrechnung nach EBM und GOÄ jeweils 30 Patienten anonymisiert aus der laufenden KVB-Abrechnung für das zweite Quartals 2011 ausgewählt werden.

GOÄ-Abbrechnung wird im Praxisalltag simuliert

Bei den 30 Patienten soll es sich jeweils um zehn Patienten mit einem, zwei oder mehr als zwei Arzt-Patient-Kontakten im Quartal handeln, heißt es in einem gemeinsamen Rundschreiben von KVB und GO IN.

Im Einzelnen sollen von diesen Patienten in einer Excel-Tabelle einerseits die tatsächlich abgerechneten Gebührenordnungspositionen nach dem EBM einschließlich der Zahl der Punkte erfasst werden.

Dem sollen dann unter der Annahme, dass es sich bei dem betreffenden Patienten um einen Privatversicherten gehandelt hätte, andererseits GOÄ-Gebührenordnungspositionen einschließlich Punktezahl und abgerechnetem Gebührensatz gegenübergestellt werden.

Vergleichsdaten für künftige Pilotprojekte

Ziel des Projektes sei es, einen Vergleich zwischen EBM- und GOÄ-Vergütung für einzelne ärztliche Leistungen zu erhalten, der für die Unterschiede in der Vergütungshöhe repräsentativ sein sollte, erklärten die stellvertretende KVB-Vorsitzende Dr. Ilka Enger und der Vorsitzende von GO IN Dr. Siegfried Jedamzik.

Damit werde es dann auch möglich sein, das finanziellen Volumen eines Pilotprojektes zur Kostenerstattung bei gesetzlich Versicherten gegenüber den Krankenkassen darzustellen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[05.07.2011, 12:57:06]
Dr. Helmut Raabe 
Ein guter Ansatz, langfristig Kosteneinsparung realistisch
Gemäß meiner Einschätzung halte ich den Vergleich für lange überfällig, jedoch ist der Vergleich von 30 Pat. zu gering und zu kurzfristig angelegt. Die Pauschalbeträge des EBM beinhalten zu viele Fremdleistungen, Doppeluntersuchungen und Therapien, welche bei der Kostenerstattung und Einzelleistungsvergütung wegfallen. Außerdem besteht eine größer Transparenz und Kontrolle der erbrachten Leistungen auch über den Patienten. Es bediehnen sich zu viele am Topf der Gesamtvergütung der Leistung nicht gemäß oder überproportioniert sind.
Ich hoffe das die Einsicht wächst die Einzelleistungsvergütung einzuführen.
Dr. Raabe
Allgemeinarzt, Mannheim zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »