Ärzte Zeitung, 03.11.2011

Vorsorgepass für Menschen über 60 geht an den Start

Gemeinsam mit dem Deutschen Senioren Ring haben Haus- und Fachärzte einen Gesundheitspass entwickelt.

MÜNCHEN (sto). Für Menschen, die um die 60 Jahre alt sind, gibt es jetzt eigens einen Gesundheitspass, in dem alle relevanten Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheits-Checks, die in diesem Alter als sinnvoll angesehen werden, dokumentiert werden können.

Der Gesundheitspass "60plus" ist in den vergangenen zwei Jahren vom Deutschen Senioren Ring zusammen mit Haus- und Fachärzten aus Bayern in der Initiative "Senioren Check-up" entwickelt worden.

Bis dahin habe es keinen umfassenden Vorsorgeplan gegeben, mit dessen Hilfe die bei älteren Menschen typischerweise auftretenden Krankheiten rechtzeitig erkannt und dann auch behandelt werden können, begründete der Internist und Facharzt für Geriatrie, Dr. Volker Lichti vom Krankenhaus Agatharied, das Projekt.

Untersuchungswerte der Vorsorgeuntersuchungen werden eingetragen

In den Gesundheitspass werden die Ergebnisse und Untersuchungswerte von Vorsorgeuntersuchungen, die von den Kassen übernommen werden, eingetragen.

Auch sollen hier Untersuchungen, die zusätzlich von Patienten gewünscht und die zwischen dem 60. und dem 69. Lebensjahr durchgeführt werden, notiert werden.

Transparenz geschaffen

Damit sei für den Inhaber des Gesundheitspasses eine gewisse Transparenz geschaffen, erklärte der Vorsitzende des Deutschen Senioren Rings, Professor Erich Kröger, in München.

Auch andere Ärzte könnten sich, etwa im Notfall, rasch einen Überblick über erhobene Befunde verschaffen, hieß es. Für die Altersgruppe der 70- bis 80-Jährigen hatte die Initiativgruppe ebenfalls einen Gesundheitspass entwickelt.

Pässe sollen in den Apotheken erhältlich sein

Beide Pässe sollen künftig über die Apotheken beziehbar sein. Die Initiatoren streben außerdem Kooperationen mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen an, um dem Gesundheitspass für Senioren eine weite Verbreitung zu sichern.

Auch vom Gesetzgeber erhofft man sich eine stärkere Beachtung des Vorsorgegedankens bei Älteren.

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