Ärzte Zeitung, 25.11.2011

Nordosten will Telemedizin stärker ausbauen

Der demografische Wandel stellt Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern vor große Herausforderungen. Eine bessere Vernetzung der kleinen Häuser könnte helfen.

Nordosten will Telemedizin stärker ausbauen

Auch kleine Kliniken sollen auf dem Land erhalten werden: Wolfgang Gagzow.

© KGVM

SCHWERIN (di). Mit mehr Vernetzung und flächendeckender Telemedizin wollen Kliniken im Nordosten die Zukunft meistern. Gefragt sind auch ungewöhnliche Ideen.

"Muss das Krankenhaus einen Busshuttle in die umliegenden Dörfer einrichten?" Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (KGMV), weil künftig mehr Patienten nicht mehr fahrtüchtig sein werden. Dies ist nur ein Beispiel für die Herausforderungen, die die Kliniken an der Ostsee nach Ansicht ihres Verbandes erwartet.

Um die zunehmende Leistungsnachfrage bedienen zu können, fordert KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow neue Lösungen. "Wir müssen viel stärker die Behandlungskette in den Blick nehmen und offensiv Vernetzungsprojekte vorantreiben", sagte Gagzow.

Telemedizin nicht länger im Projektstatus belassen

Die Telemedizin dürfe nicht länger Projektstatus haben, sondern müsse in die Fläche gebracht werden. "Das heißt aber außerdem, dass vom Land kleine, doch unverzichtbare Krankenhäuser in schlecht versorgten Regionen besonders unterstützt werden", sagte Gagzow. Weitere Forderung der Kliniken: Die Beteiligten in den verschiedenen Sektoren dürften nicht länger Erbhöfe verteidigen, obwohl sie diese kaum noch bedienen können.

Hiermit zielen die Kliniken auch in den ambulanten Bereich: "Die Krankenhäuser haben längst einen großen Teil der ambulanten Versorgung übernommen und kompensieren die Lücken in der Notfallversorgung", teilte die KGMV mit.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 40 Krankenhäuser mit 10.000 Betten. Viele Kliniken drängen bereits in den ambulanten Bereich - obwohl sie mit rund 3000 beschäftigten Ärzten in den Häusern selbst an der Unterzahl der zumutbaren Personaldecke arbeiten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wirkstoff zum Cannabis-Entzug

Die Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase reduziert Symptome beim Cannabis-Entzug. Mit einem Hydrolasehemmer senkten Abstinenzwillige den Konsum um fast 70 Prozent. mehr »

Arzt und Kämpfer gegen sexuelle Gewalt

Die Gewinner der Nobelpreise haben am Montag ihre Auszeichnungen entgegengenommen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei der Arzt Denis Mukwege, Träger des Friedensnobelpreises. mehr »

Erste Kassen senken Zusatzbeitrag deutlich

Die gute Konjunktur und hohe Reserven machen sinkende Zusatzbeiträge möglich – aber nicht bei jeder Krankenkasse. mehr »