Ärzte Zeitung, 11.04.2012

Kommentar

Transparenz täte auch Gutachtern gut

Von Ilse Schlingensiepen

Die Gutachterkommissionen der Ärztekammern sind ein von Ärzten finanziertes Angebot. Patienten können dort außergerichtlich prüfen lassen, ob bei ihnen ein Behandlungsfehler vorliegt.

In Nordrhein wirft jetzt ein Rechtsanwalt der Kommission vor, unrechtmäßig Druck auf betroffene Ärzte auszuüben, damit sie ihren Haftpflichtversicherer über das Verfahren informieren und der Kammer das jeweilige Unternehmen nennen.

Die Kritik: Das geschieht, weil sich die Unternehmen bei den ihnen bekannten Verfahren mit einer Pauschale von 690 Euro an den Kosten beteiligen.

Vertreter der Gutachterkommission argumentieren, dass es vor allem um die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitgliedern gehe, die bei der Nichtmeldung an den Versicherer ihren Deckungsschutz riskieren.

Hinzu kommt: Die Ärztekammer trägt die Kosten der Gutachterkommission. Es ist verständlich, dass sie auch den finanziellen Aspekt im Auge hat.

Was die Haftpflichtversicherer nicht zahlen, zahlen die Kammermitglieder.

Deshalb sollten Kammer und Kommission mit der Kostenbeteiligung der Unternehmen offensiv umgehen.

Sind die Finanzflüsse und ihre Hintergründe transparent, entzieht das solchen Vorwürfen den Boden.

Lesen Sie dazu auch:
Behandlungsfehler: Klüngeln Gutachter mit Versicherern?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Regierung will faire Kassen-Wahl

16:51 UhrBundesgesundheitsminister Spahn wünscht mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Mit einem neuen Gesetz will er das AOK-System umkrempeln. mehr »

Masern-Impfpflicht im Gespräch

Wird die Masern-Impfung bald Pflicht in Deutschland? Laut SPD befindet sich eine solche Vorlage in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Die Grünen sind skeptisch. mehr »

Wut und Ärger können Schlaganfälle begünstigen

Menschen, die sich häufig aufregen, sind gefährdeter für Schlaganfälle, zeigen Studien. Das gilt aber nicht für alle. Es spielt womöglich der Status eine Rolle, so eine Analyse. mehr »