Ärzte Zeitung, 05.12.2012

Chirurgen

Warnung vor unnötigen Operationen

BERLIN. Bonuszahlungen für Chefärzte und ein Überangebot an Kliniken setzen den Patienten vor allem in deutschen Städten dem Risiko unnötiger Operationen aus. Davor warnten Deutschlands Chirurgen am Mittwoch in Berlin.

"Eines unserer Hauptprobleme im Gesundheitswesen ist das Überangebot", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Stefan Post. "Wir haben Regionen, wo die Patienten eingefangen werden", so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Karl-Walter Jauch.

In Ballungsräumen herrsche oft eine so große Konkurrenz zwischen Kliniken, dass sich diese nicht nur aus medizinischen Gründen um Patienten bemühten.

Der Generalsekretär der Gesellschaft für Chirurgie, Hans-Joachim Meyer, warb für ein Eindämmen der Boni für viele Operationen in den Verträgen von Klinik-Chefärzten.

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass Indikationen aus ökonomischen Gründen ausgeweitet werden, also daher bestimmte medizinische Maßnahmen ergriffen werden.

CDU/CSU und FDP wollen Ärzte verpflichten, Bonuszahlungen in Chefarztverträgen offenzulegen. Ein entsprechender Änderungsantrag für das Patientenrechtegesetz fand zunächst aber keine Mehrheit. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »