Ärzte Zeitung, 07.12.2012

KV vs. Kassen

Bayerns Notärzte rufen Schiedsstelle an

kv-bayerns-L-neu.jpg

Für die notärztliche Versorgung ist bei der KV Bayerns ein hohes Defizit aufgelaufen. Die Kassen weigern sich, zu zahlen. Nun soll die Schiedsstelle schlichten.

MÜNCHEN. In der Auseinandersetzung um die Vergütung der Notärzte in Bayern hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) nach wochenlangen ergebnislosen Verhandlungen mit den Krankenkassen jetzt die Schiedsstelle angerufen.

Bei der KVB, die nach dem Gesetz auch für die Sicherstellung der notärztlichen Versorgung im Freistaat verantwortlich ist, sei inzwischen ein hohes Defizit aufgelaufen, unter anderem für Einsätze, die die Kassenärztliche Vereinigung den Notärzten zwar vergütet hat, für die die Krankenkassen aber nicht zahlen wollen, teilte die KVB mit.

Strittig sei außerdem, wie eine angemessene Pauschale für die Bereitschaftszeiten im Notarztdienst aussehen soll.

Wesentlich dabei sei, dass die Notärzte über die Integrierten Leitstellen alarmiert werden und ihre Einsatzzahlen nicht selbst beeinflussen können, so die KVB.

KVB: Kassen wollen für angebliche Fehleinsätze nicht zahlen

Das hohe Engagement, das die Ärzte bei ihren freiwillig geleisteten Notarztdiensten zeigten, werde von den Krankenkassen nicht angemessen honoriert.

Jetzt liege es an der Entgeltschiedsstelle, die voraussichtlich in diesem Jahr noch tagen soll, eine tragfähige Lösung zu finden.

Von den Notärzten in Bayern wird eine Bereitschaftspauschale von 20 Euro pro Stunde sowie eine höhere Honorierung der einzelnen Einsätze gefordert. Ein besonderes Ärgernis sei die Weigerung der Kassen für angebliche Fehleinsätze zu zahlen, teilte die KVB mit.

In Bayern gibt es nach Angaben der KVB rund 220 Notarztdienststandorte, an rund einem Drittel davon seien inzwischen immer häufiger Besetzungsprobleme zu verzeichnen. Grund sei der sich gerade in ländlichen Regionen abzeichnende Ärztemangel. (sto)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Große Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können Ärzte wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Varizellen-Impfung – ein Segen für Kinder

Seit 2004 wird allen Kindern die Impfung gegen Windpocken empfohlen. Der Schutz ist eine Erfolgsgeschichte: Die Krankheit wurde zurückgedrängt und mögliche schwere Komplikationen werden vermieden. mehr »

So viel Zucker pro Tag darf's sein

Die Auswertung von Fachstudien ist eindeutig genug, um eine konkrete Obergrenze für den täglichen Zuckerkonsum festzulegen. Drei Fachgesellschaften haben sich nun auf eine Menge geeinigt. mehr »