Ärzte Zeitung, 12.12.2012

Leitartikel

Patientenbus - Option gegen Ärztemangel?

In Brandenburg sollen Patienten in ländlichen Regionen mit einem speziellen Bus wieder besser zum Arzt kommen. Ob das Modell auch für andere Regionen interessant ist, muss sich zeigen.

Von Angela Misslbeck

Patientenbus - Option gegen Ärztemangel?

Der Patientenbus fährt nun jeden Dienstag vor.

© KVBB

In der Praxis der Arztfamilie Koster in Müncheberg herrscht Hochbetrieb. Das ist der Normalzustand in der Landarztpraxis mit drei Hausärzten und rund 2600 Patienten pro Quartal. Doch an diesem Dienstag ist auch noch das Fernsehen da. Denn zum ersten Mal hat ein spezieller Bus eine Patientin in die Praxis gebracht.

Der KV RegioMed-Patientenbus im Märkisch-Oderland erregt großes mediales Aufsehen. Das Pilotprojekt wirkt vielversprechend mit Blick auf die Sicherung der Versorgung in ländlichen Regionen. Alle vier Stunden fährt der Kleinbus mit acht Sitzen die Haltestellen an. Er bringt die Bewohner aus den acht Ortsteilen der Stadt Müncheberg näher zu den Ärzten im Stadtzentrum und wieder zurück.

Auch für die Nachbargemeinde Buckow und die umliegenden Ortsteile ist der Service eingerichtet worden. Die Ärzte der Region stimmen ihre Terminpläne mit den Busfahrplänen ab.

Bei seinem ersten Einsatz im tief verschneiten Märkisch-Oderland war der Patientenbus zwar längst nicht voll besetzt. Das Interesse scheint aber groß zu sein. "Alle Flyer, die wir hatten, sind weg", sagte Guido Koster der "Ärzte Zeitung". Der 42-jährige Arzt freut sich zum Projektstart vor allem darüber, "dass verschiedene Organisationen sich an einen Tisch gesetzt haben und gemeinsam in eine Richtung ziehen, die sonst nicht für Kooperationen bekannt sind ...

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Berufspolitik (17782)
[13.12.2012, 13:46:52]
Anne C. Leber 
Diese Leserzuschrift erreichte uns
Ihr Artikel über den Patientenbus zeigt auch, wie die Patientenversorgung auf dem Land von den Kassen praktisch angepackt wird. Bei 24 Millarden Überschuß der GKV muss der Landkreis und die Städte die Kosten tragen. Könnten sich Landkreise und Gemeinden nicht auch an der lächerlichen Entlohnung von medizinisch notwendigen Hausbesuchen von Ärzten beteiligen?
Der hausbesuchspflichtige Patient ist eben nicht der, der kein Transportmittel hat sondern der, der wegen einer Krankheit nicht in die Praxis kommen kann. Herr Dr. Schlenker von der Barmer sollte nicht die Vorbildlichkeit einer logistischen Variante (die andere bezahlen) preisen, sondern darauf hinwirken, dass Hausbesuche angemessen entlohnt werden und das im Interesse der Versichertengemeinschaft, weil teure Notarzteinsätze und teure Krankenhauseinweisungen bei guter Betreuung mit ärztlichen Hausbesuchen viel seltener notwendig sind.
Weder die E-Card, die Gemeindeschwester , die Telemedizin oder der Patientenbus sind eine geeignete Lösung für den Ärztemangel auf dem Land, es sind nur Notpflaster.
Dr. Gunther Aurich,
Allgemeinarzt aus Gusterath zum Beitrag »
[12.12.2012, 18:29:31]
Dr. Ludek Neklapil 
Perfekt
Wer bezahlt diese schöne Leistung - die KV aus den Honoraren der Niedergelassenen ? oder die Kassen ohne Abzug vom Gesamttopf ?

Wann werdet Ihr endlich begreifen, daß des Arztberuf wieder attraktiv wird, wenn man damit eine Familie ernähren kann. Ohne substantielle Verbesserung (50-100%)wird´s nix. Sucht euch doch einen "Barfussarzt", der´s für einen feuchten Händedruck und ein "Vergelt´s Gott" macht.

Da wird nur an Symptomen herumgedoktert - weg mit dem Sicherstellungsauftrag zum Pauschalpreis und Vollkaskomentalität. Viel Spaß beim Konsumieren von Gesundheitsleistungen zu Weihnachten.
Der Kranke verursacht die Kosten und nicht der Arzt.
 zum Beitrag »
[12.12.2012, 13:56:06]
PD Dr. Guy Renault-Lamaze 
gute Beispeile für Frankreich.
Patientebus, 50000 EurosZuscluss für Jungärtze, sind gut Beispiele für Frankreich, gegen Artzemangel. Sie mussen diese Ausgabe zu dem "Ministère de la Santé, in Paris(Frau Marisol Touraine). zum Beitrag »

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