Ärzte Zeitung, 13.11.2013

Nordosten

Kammer um ausländische Ärzte besorgt

Wenn ausländische Ärzte nach Deutschland kommen, fehlen sie in ihrer Heimat, so die Kammer.

ROSTOCK. Im Nordosten arbeiten immer mehr ausländische Ärzte. Aktuell kommen 553 von 9901 Mitgliedern der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern aus anderen Ländern. Die meisten von ihnen stammen aus Polen, Ungarn und Rumänien.

Viele werden über Personalagenturen und Headhunter nach Deutschland vermittelt. Kammerpräsident Dr. Andreas Crusius machte in der jüngsten Kammerversammlung die damit verbundenen Folgen deutlich.

"Wir freuen uns über die Kollegen, haben aber zugleich ein schlechtes Gewissen gegenüber den Herkunftsländern", sagte Crusius. Denn dort sei die Versorgungslage in aller Regel nicht besser als in Deutschland.

Professor Mathias Freund, Mitglied der Kammerversammlung, sprach von einer "bedrückenden Tendenz", ausgelöst durch reiche Länder wie Deutschland, die nach seiner Ansicht nicht in ausreichendem Maße ausbilden und damit die dringend benötigten Ärzte aus anderen Staaten, zum Teil auch aus Entwicklungsländer, abziehen.

In Deutschland gibt es wegen der oft nicht ausreichenden Sprachkenntnisse ebenfalls Probleme. "Wenn der Arzt kaum deutsch spricht, ist das für Patienten ein mulmiges Gefühl. Schlimmstenfalls kann es aber auch dazu kommen, dass eine adäquate, angemessene Aufklärung nicht möglich ist", so Crusius.

Die Kammer im Nordosten hat gegenüber dem Schweriner Sozialministerium bereits deutlich gemacht, dass neben den allgemeinen auch die fachbezogenen Sprachkenntnisse überprüft werden müssen.

Crusius forderte eine kurzfristige Verständigung der Länder auf gemeinsame Kriterien für einen Sprachtest. Wenn dies nicht gelingt, will die Kammer im Nordostenden gleichen Weg wie Rheinland-Pfalz gehen und gemeinsam mit der Approbationsbehörde in Mecklenburg-Vorpommern eine Sprachprüfung vornehmen.

In Rheinland-Pfalz bestehen 40 Prozent der ausländischen Ärzte die Sprachprüfungen nicht, obwohl sie entsprechende Diplome vorlegen. (di)

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