Ärzte Zeitung, 06.03.2015

Niedersachsen

Dringlichkeitspauschale soll in den EBM

Die Vertreterversammlung in Niedersachsen plädiert für eine neue EBM-Ziffer: 40 Euro für eine Behandlung nach dringlicher Überweisung.

Von Christian Beneker

HANNOVER. Die Vertreterversammlung der KV Niedersachsen (KVN) hat die KBV aufgefordert, im Bewertungsausschuss "eine Leistungsziffer mit dem Arbeitstitel Dringlichkeitspauschale" in den EBM einzufordern.

"Diese extrabudgetäre Leistung außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) kann berechnet werden, wenn auf Überweisung eines Vertragsarztes eine Versorgung des Versicherten innerhalb einer Frist von zehn Werktagen erfolgt", heißt es in dem Antrag.

"Die Überweisung ist als dringlich entsprechend zu kennzeichnen. Die Pauschale ist mit einem festen Betrag von 40 Euro zu bewerten."

Ebenso soll eine Leistungsziffer "Indikationsstellung dringliche Überweisung" eingeführt werden. "Diese ebenfalls extrabudgetäre Leistung kann berechnet werden, wenn eine dringliche Überweisung nach einem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ausgestellt wird.

Die Pauschale ist mit einem festen Euro Betrag von fünf Euro zu bewerten", hieß es. Die Fachärzte in der VV haben dem Antrag erst zugestimmt, nachdem der Text geändert worden war - und zwar von "auf Überweisung eines Vertragsarztes aus dem hausärztlichen Versorgungsbereich" auf "auf Überweisung eines Vertragsarztes".

Der erste Antrag war von Hausarzt Jens Wagenknecht und Dr. Matthias Berndt, dem neuen Chef des Hausärzteverbandes Niedersachsen, gestellt worden, "quasi als verkapptes Primärarztmodell", wie Wagenknecht der "Ärzte Zeitung" sagte.

Dem wollten die Fachärzte so nicht zustimmen. Erst der geänderte Antrag kam durch. Ihm hatte sich schließlich auch einige Fachärzte angeschlossen.

Der Beschluss der VV sei "ein Appell, der gegenüber der Politik die Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung unterstreichen soll." Das Wehklagen mancher Ärzteverbände nütze nichts, sondern bestärke den Gesetzgeber "in seinem Aktionismus", schreibt der Hausärzteverband Niedersachsen.

Die Forderung nach 40 Euro extrabudgetärer Dringlichkeitspauschale ist laut Wagenknecht der einzige Weg, Fachärzte dazu zu bewegen, Termine frei zu halten und nicht zu jedem verfügbaren Termin neue Patienten einzubestellen.

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