Ärzte Zeitung, 18.05.2015

Ärztetag

GBA soll bei Qualitätssicherung nicht überdrehen

Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist hochkomplex, der GBA soll Richtlinien mit Augenmaß entwickeln, mahnt der Ärztetag.

G-BA soll nicht überdrehen

FRANKFURT/MAIN. Ist die persönliche Zuwendung eines Arztes zum Patienten messbar? Der Ärztetag hat Zweifel und den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) dazu aufgefordert, bei der Erstellung von Richtlinien zur Messung und Darstellung von Versorgungsqualität immer auch die Komplexität des Arzt-Patienten-Verhältnisses im Blick zu behalten.

Dementsprechend solle er eine "Qualitätssicherung mit Augenmaß" forcieren.

Der Qualitätssicherung müssten, insbesondere, wenn sie als ein Instrument der Versorgungssteuerung dienen solle, valide Maßstäbe und Methoden zugrunde liegen. Wichtige Bereiche ärztlichen Handelns - dazu gehöre etwa der Aufbau eines vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnisses, seien aber ganz einfach nicht messbar.

Dass Qualität in vielen Bereichen des Versorgungssystems auch etwas mit der Personalausstattung zu tun hat, das haben die Delegierten in einer anderen Entschließung deutlich gemacht.

Sie weisen mit Nachdruck darauf hin, dass für die Behebung von Hygienemängeln in Kliniken auch eine adäquate Personalausstattung notwendig ist. Klinikträger werden deshalb aufgefordert, den Personalabbau in zu stoppen.

Eine vernünftige Qualität medizinischer und pflegerischer Leistungen könne nur mit einer vernünftigen Personalausstattung sichergestellt werden. Das gelte auch für die Erfüllung hochwertiger Standards in der Krankenhaushygiene. Hier seien auch die Finanzierungsträger des Gesundheitssystems in der Pflicht. (fuh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Reiseimpfungen 2018 – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

Mehr Trinken bringt kranken Nieren nichts

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einen höheren Wasserkonsum nahezulegen, nützt nicht viel: Die Harnmenge nimmt etwas zu, doch die Nierenfunktion verbessert sich nicht. mehr »

Drogenbeauftragte möchte keine "Legalisierungsdiskussion"

Die Zahl der Rauschgiftdelikte steigt und steigt, wie die neueste Statistik des Bundeskriminalamts zeigt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer "Normalität" beim Konsum bestimmter Drogen. mehr »