Ärzte Zeitung, 15.06.2015

Bremen

KV und Hausärzteverband keifen sich an

Offener Streit in Bremen: Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, hat mit Aussagen den Zorn der KV auf sich gezogen.

BREMEN. Zank zwischen dem Deutschen Hausärzteverband und der KV Bremen: Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sorgt für Verärgerung.

KVHB-Chef Dr. Jörg Hermann wirft ihm sogar "Demagogie" vor. Weigeldt hatte per Pressemeldung kritisiert, dass das Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) lediglich in der Vertreterversammlung der KBV die Parität zwischen Haus- und Fachärzten vorschreibe.

"Gerade in vielen Kassenärztlichen Vereinigungen, wie beispielsweise in Bremen oder Hamburg, spielen hausärztliche Interessen quasi keine Rolle. Daher wäre es notwendig, die Parität auch auf die Landes-KVen auszuweiten", so Weigeldt.

"Einmal mehr poltert Herr Weigeldt ohne Sinn und Verstand", konterten die Vorstände der KV Bremen, Dr. Jörg Hermann und Günter Scherer. "Die KV hat in Bremen Hausarztverträge organisiert, die den Ärzten durchschnittliche Fallwerte von 75 Euro bescheren", hielten sie dem Hausärzteverbandschef entgegen.

"Völlige Unwahrheit"

Zum 1. Juli gilt der Vertrag zusätzlich für Versicherte der Barmer GEK. Damit deckt der KV-Vertrag insgesamt 75 Prozent aller Bremer Versicherten ab.

"Da von einer Benachteiligung hausärztlicher Interessen zu sprechen, ist - um es auf den Punkt zu bringen - nichts anderes als Demagogie", hieß es.

Tatsächlich ist die KV Bremen fachärztedominiert. Von den 20 Vertretern sind 11 Fachärzte, sieben Hausärzte und zwei Psychotherapeuten.

Allerdings ist die Facharztfraktion in zwei Fraktionen gespalten. Es sei dennoch die "völlige Unwahrheit", wenn Weigeldt die Situation der Hausärzte in Bremen als schlecht darstelle, sagte Christoph Fox, Sprecher der KV Bremen, der "Ärzte Zeitung".

Die Fallwerte des Hausärztevertrages suchten ihresgleichen in Deutschland. Die Arbeit der KV werde von Hausärzten im Land gewürdigt.

Egal, ob es Weigeldt um die Verträge in Bremen oder die Sitzverteilung in der VV gegangen sei, so Fox, "sein Satz ist in jedem Zusammenhang falsch." (cben)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »