Ärzte Zeitung online, 16.09.2016

Bundesausschuss

Intrakranielle Stents raus aus GKV-Katalog

Der Bundesausschuss schließt die Leistung im zweiten Anlauf aus der Versorgung aus.

BERLIN. Das intrakranielle Stenting zur Prophylaxe des Schlaganfalls wird aus dem GKV-Leistungskatalog ausgeschlossen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am Donnerstag beschlossen. Der GKV-Spitzenverband, der die Methodenbewertung im März 2013 beantragt hatte, begrüßte diese "wichtige Entscheidung für den Patientenschutz".

Das vom GBA beauftragte Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im September 2014 eine Nutzenbewertung der Implantation von Stents für Patienten mit symptomatischen intrakraniellen arteriellen Stenosen vorgelegt. Das IQWiG stellte eine deutliche Erhöhung der periprozeduralen Schlaganfälle bei der Patientengruppe fest, die einen Stent erhalten hatte.

In einer GBA-Sitzung im Mai war der Leistungsausschluss noch an den fünf Stimmen der Vertreter von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten gescheitert. Ursache ist das vom Gesetzgeber verfügte erforderliche Quorum für Leistungsausschlüsse: Nötig sind dafür neun Stimmen im GBA, Kassen und die drei unparteiischen GBA-Mitglieder kommen zusammen auf acht. Normalerweise reichen im GBA sieben Stimmen für eine Beschlussmehrheit. GBA-Chef Professor Josef Hecken forderte, der Gesetzgeber solle dieses "Sonderquorum überdenken".

Strittig ist im Mai die Definition der Ausnahmen gewesen, in denen eine Stent-Behandlung weiter erlaubt ist. Nach Angaben der Kassen lässt der jetzt getroffene Beschluss nur "wenige, gut begründete Ausnahmen" zu. Diese seien fast deckungsgleich mit den Vorgaben, die die US-Zulassungsbehörde FDA schon 2012 festgelegt hat. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »