Ärzte Zeitung, 05.10.2016
 

 Nordrhein

Neues Führungs-Duo für die KV?

Der Neurologe Dr. Frank Bergmann und der Allgemeinarzt Dr. Carsten König streben an die Spitze der KV Nordrhein. Die Ära Potthoff/Brautmeier dürfte damit beendet werden.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Bei den Vorstandswahlen in der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) am kommenden Samstag zeichnet sich ein Wachwechsel ab. Offenbar hat sich eine breite Mehrheit von Hausärzten, Fachärzten, ermächtigten und angestellten Ärzten sowie Psychotherapeuten auf zwei Kandidaten geeinigt: den Aachener Neurologen und Psychiater Dr. Frank Bergmann und den Düsseldorfer Allgemeinmediziner Dr. Carsten König.

Beide bestätigten ihre Kandidatur. "Wir würden gern miteinander arbeiten", sagt der 59-jährige Bergmann der "Ärzte Zeitung". Das gemeinsame Ziel sei es, in der Vertreterversammlung (VV) endlich wieder zu einem konstruktiven Miteinander zu kommen.

Er sieht für den künftigen KVNo-Vorstand vor allem zwei große Baustellen: das Aufholen des Honorarrückstands gegenüber anderen Regionen und die Reform des Notfalldienstes.

Fachärzte haben 21 Sitze in der VV

Bergmann – zurzeit Vorsitzender der KVNo-VV – ist Vorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Nervenärzte und des Spitzenverbands ZNS. "Im Falle meiner Wahl werde ich die verbandspolitischen Aktivitäten aufgeben", kündigt er an. Es ist wahrscheinlich, dass Bergmann als Facharzt den Vorstandsvorsitz übernehmen würde. Die Fachärzte haben 21 Sitze in der VV, die Hausärzte 18. Hinzu kommen sechs ermächtigte und Klinikärzte und fünf Psychotherapeuten.

Die KVNo brauche einen tiefgreifenden Wandel, betont der 56-jährige Hausarzt König. "Sie muss mehr dienen und weniger vollstrecken." Gerade bei Themen wie Regressen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen müsse die KV mehr Flagge zeigen. Auch König hofft, dass es in der neuen Legislaturperiode gelingen wird, die Grabenkämpfe in der VV zu überwinden. "Meine Vision ist, dass dort 50 kluge Köpfe sitzen, die gemeinsam an einer Vision für die Zukunft arbeiten."

Bergmann und König würden Dr. Peter Potthoff und Bernd Brautmeier ablösen. Während der 68-jährige Potthoff offensichtlich kein Interesse an einer erneuten Kandidatur hat, würde der 61-jährige Brautmeier gern an der KVNo-Spitze weitermachen.

Kandidaten mit Rückhalt

Um den fachärztlichen Vorstandssitz will sich neben Bergmann auch der Anästhesist Dr. Harald Hofer aus Dinslaken bewerben – auch wenn er angesichts der Vorabsprachen wohl nur geringe Chancen hat. "Ich trete an, weil man die Gruppe der Versorger-Fachärzte mehr oder weniger außen vor gelassen hat", sagt er. Der 59-jährige Hofer könnte sich gut vorstellen, gemeinsam mit Brautmeier an der Spitze der KVNo zu stehen.

Auch für den Vorsitz der Vertreterversammlung gibt es zwei Kandidaten mit breitem Rückhalt. Für den VV-Vorsitz wird der Wuppertaler Allgemeinmediziner Bernd Zimmer ins Rennen gehen, der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein. Als sein Stellvertreter kandidiert Dr. Ludger Wollring, Augenarzt aus Essen. Beide kennen sich seit langem, die Chemie zwischen ihnen scheint zu stimmen.

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