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Ärzte Zeitung, 07.10.2016

Bayern

Gutachten-Leak sorgt für Stunk im KV-Vorstand

MÜNCHEN. Die Veröffentlichung des Gutachtens von Professor Günter Neubauer über die Fallwerte für Grundversorger sorgt im Vorstand der KV Bayerns für schlechte Stimmung. KV-Vorstandsmitglied Dr. Ilka Enger hatte die Expertise am 1. Oktober online veröffentlicht.

Die beiden Vorstände Dr. Wolfgang Krombholz und Dr. Pedro Schmelz werfen ihrer Vorstandskollegin einen "rein wahltaktisch begründeten Alleingang" vor. Sie verweisen auf einen Beschluss der Vertreterversammlung vom Juni. Danach hätte das Gutachten, das von den Vertretern beauftragt worden war, erst im Rahmen eines Gesamtkonzepts veröffentlicht werden sollen. Enger habe der Ärzteschaft damit einen "erheblichen Schaden" zugefügt, erklären die beiden in einem auf der KV-Webseite veröffentlichten Schreiben.

Es sei "verwerflich", "bestimmte Arztgruppen gegen andere Gruppen von Ärzten aufzustacheln", erklären Krombholz und Schmelz. Diesen Vorwurf weist Enger, ebenfalls auf der Webseite, "auf das Schärfste" zurück. Es habe sich, angesichts der Verzögerungen bei der Erstellung des Gesamtkonzepts um "Nothilfe" gehandelt.

Enger fürchtete nach eigenen Angaben, die Veröffentlichung könnte nach den KV-Wahlen in Bayern durch dann veränderte Mehrheitsverhältnisse in der VV verhindert werden. (fst)

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