Ärzte Zeitung, 25.10.2016

Verband

Impfberatung vor der Kita ist ein "stumpfes Schwert"

BAD ORB. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat beim Herbstkongress in Bad Orb die bundesweite Impfstrategie kritisiert. Angesichts der Masernwelle im Vorjahr mit 2465 registrierten Erkrankungen stehe die Regierung unter Handlungszwang. Kongressleiter Professor Klaus-Michael Keller wies dabei darauf hin, dass die WHO die USA mittlerweile für masernfrei erklärt habe. Zwar gebe es in den Staaten nach wie vor einzelne eingeschleppte Masernfälle. Der letzte endemische Masernausbruch liegt jedoch fast 15 Jahre zurück. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach bezeichnete das Vorgehen der Regierung als halbherzig. Die neue gesetzliche Regelung, wonach ein Kind vor Aufnahme in Kindergarten oder Kita eine Impfberatung durch einen Arzt vorlegen müsse, sei ein "stumpfes Schwert", weil sie zu keinen Konsequenzen führe. Kinder, die keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können, würden genauso aufgenommen werden wie Kinder, die nach STiKO-Empfehlungen geimpft sind. (ras)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »