Ärzte Zeitung online, 16.02.2017
 

Rote Zahlen

Vier von zehn Kliniken in Bayern verbuchen im vergangenen Jahr Defizite

MÜNCHEN. 42 Prozent der Krankenhäuser in Bayern haben nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft BKG im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Der gleiche Anteil der Kliniken wies einen Überschuss aus, 16 Prozent berichteten von einem ausgeglichenen Haushalt. Das ergab die BKG-Umfrage zum Bayerischen Krankenhaustrend 2016.

Die Zahlen sind weitgehend mit denen der vergangenen fünf Jahre vergleichbar. BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein nannte diese Lage "eine Dauerbelastung für die etwa 350 Krankenhäuser und ihre über 170.000 Beschäftigten in Bayern". Er konstatierte, der Landesbasisfallwert (LBFW) für stationäre Krankenhausleistungen entwickele sich nicht analog zu den Kostensteigerungen an den Kliniken. Zuletzt hat der LBFW in Bayern um 53 Euro auf 3365 Euro zugelegt.

"Die mit der Krankenhausstrukturreform angekündigte wirtschaftliche Entlastung kommt bislang bei den Krankenhäusern nicht an", monierte Hasenbein. Die Prognosen der Klinik-Geschäftsführer für 2017 seien zudem düster. Fast jeder zweite rechnet mit Verlusten (44 Prozent). Ein positives Ergebnis erwartet dagegen nur jeder vierte.

Hasenbein forderte die Länder auf, notwendige Investitionen an Kliniken zu tätigen. Diese könnten die Krankenhäuser nicht aus Eigenmitteln tragen. Die BKG repräsentiert 230 Klinikträger mit 350 Krankenhäusern und 75.000 Betten in Bayern. Dort werden jährlich drei Millionen Patienten behandelt. (cmb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »

Weltärztebund und Papst im Dialog zur Palliativmedizin

Seltene Kooperation: Weltärztebund und Papst sprechen sich für ein Sterben in Würde aus, aber gegen Euthanasie und assistiertem Selbstmord. mehr »