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Tag der Allgemeinmedizin

Allgemeinmediziner werben für Offenheit für Digitales

Hausärzte dürfen sich vor der Digitalisierung nicht verschließen. Andernfalls laufen sie gar Gefahr, Patienten zu verlieren, warnte nun ein Kollege in Düsseldorf.

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DÜSSELDORF. Wenn sich Hausärzte fragen, ob sie die digitale Entwicklung gut finden oder schlecht, dann gehen sie falsch an die Sache heran, findet der Kölner Allgemeinmediziner Dr. Achim Mortsiefer. "Die digitale Revolution ist keine Entwicklung, die man befürworten oder ablehnen kann, sondern ein kultureller Wandel, den es zu gestalten gilt", sagte Mortsiefer auf dem 7. Tag der Allgemeinmedizin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universitätsklinik Düsseldorf. Wenn die Hausärzte bei diesem Thema nicht von sich aus aktiv werden, dann übernehmen andere die Gestaltung, betonte er.

Weil in der Allgemeinmedizin das Qualitätsmerkmal der Patientennähe eine zentrale Rolle spielt, sollten sich die Hausärzte mit den neuen kommunikativen Möglichkeiten auseinandersetzen. Sonst bestehe die Gefahr, dass sie ihre Patienten aus dem Blick verlieren, warnte Mortsiefer, der auch wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts ist. "Wir müssen die Herausforderung annehmen und uns damit beschäftigen." Die Auseinandersetzung mit den digitalen Möglichkeiten ist für ihn Teil des Anspruchs, individuell auf Patienten einzugehen.

Natürlich können die Hausärzte den Patienten über die sozialen Medien nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. "Wir müssen eine Grenze ziehen. Aber das können wir nur, wenn wir uns mit dem Thema beschäftigen", sagte er.

Bei all ihren Nachteilen bieten soziale Medien und Bewertungsportale den Hausärzten die Chance, ein wichtiges Feedback von Patienten zu erhalten. Abgesehen von Schmähkritik und Beleidigungen sollten sie auch mit schlechten Bewertungen gelassen umgehen und versuchen, davon zu profitieren, empfahl er. "Überlegen Sie, was getan werden kann, damit das Kritisierte nicht wieder vorkommt." Wenn häufiger bemängelt wird, dass der Empfang in der Praxis unfreundlich ist, dann gibt es dort vielleicht wirklich ein Problem. Mortsiefer bezeichnete es als eine "elegante Möglichkeit", direkt auf Kommentare zu reagieren, mit Äußerungen wie: "Vielen Dank für den Hinweis, wir nehmen Ihre Kritik sehr ernst".

Die Ärzte sollten sich nach seiner Ansicht vor Augen führen, dass die Patienten nicht nur ein Recht auf umfassende Informationen über Therapieverfahren haben, sondern auch über die Qualität von Kliniken und Praxen. "Jeder weiß das, aber trotzdem tun wir uns schwer damit, unsere Qualität messen zu lassen." Patienten könnten die Qualität ärztlicher Leistungen nur begrenzt beurteilen. Um ihnen Orientierung zu bieten, müssen die Ärzte selbst definieren, was patientenbezogene Qualitätskriterien sind, findet Mortsiefer. (iss)

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