Ärzte Zeitung online, 09.10.2017

Nordrhein

KV will mehr Freiräume für die Regionen

DÜSSELDORF. Angesichts der Blockadehaltung des GKV-Spitzenverbands auf Bundesebene braucht die regionale Ebene mehr Handlungsmöglichkeiten, findet der Vorsitzende der KV Nordrhein (KVNo) Dr. Frank Bergmann.

"Wir fordern größere Freiräume für Vereinbarungen, die sich an regionalen Versorgungsbedarfen und Versorgungszielen orientieren", sagte Bergmann beim Sommerempfang der KVNo und der Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf. "Die bestehenden Möglichkeiten für regionale Abweichungen von bundeseinheitlichen Vorgaben reichen für diesen Gestaltungsansatz längst nicht mehr aus."

Die Rolle des GKV-Spitzenverbands bei den Verhandlungen über den Orientierungspunktwert für 2018 hält Bergmann gerade mit Blick auf die großen Herausforderungen durch den Ärztemangel für enttäuschend. Seine Kollegen schulterten tagtäglich einen großen und stetig wachsenden Versorgungsbedarf, sagte er.

Für sie klinge das Angebot einer Nullrunde von der Kassenseite wie Hohn. "Und es ist ein fatales Signal für diejenigen, die auf kurze oder mittlere Sicht eine Niederlassung in Erwägung ziehen, und die wir händeringend in der Versorgung brauchen", so Bergmann.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen bezeichnete die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband als "Stachel im Fleisch". Es sei nicht erkennbar, wie mit dem Verband irgendwelche versorgungspolitischen Dinge geregelt werden können. "Deshalb müssen die Regionen mehr Möglichkeiten bekommen", forderte auch Gassen. Das gelte insbesondere angesichts der guten Finanzlage bei den Krankenkassen.(iss)

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