Ärzte Zeitung online, 06.10.2017
 

Reform des Psychotherapeutengesetzes

Psychologen-Verbände begrüßen Reformentwurf

In einer gemeinsamen Erklärung nehmen Psychologen-Verbände Stellung zur Reform des Psychotherapeutengesetzes – mit Fokus auf Ausbildung und Vergütung.

BERLIN. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßen den Arbeitsentwurf des Gesundheitsministeriums zur Reform des Psychotherapeutengesetzes. Dieser stelle "einen wichtigen Schritt zur Novellierung der Ausbildung zukünftiger Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten" dar, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Sie weisen darauf hin, dass sich durch die Reform des Psychotherapeutengesetzes für die akademische Psychologie zwar Chancen ergäben, aber auch Gefahren von Fehlentwicklungen im Blick behalten werden müssten. Die erreichte Qualität in psychologischen Arbeitsfeldern außerhalb der Heilkunde dürfe durch die Novelle nicht gefährdet werden.

Konkret heben die Verbände in ihrer Erklärung mehrere Punkte hervor. So begrüße man, dass der Arbeitsentwurf ein fünfjähriges akademisches Studium vorsehe. Der "Psychologischer Psychotherapeut / Psychologische Psychotherapeutin" müsse klar abgegrenzt werden von "ärztlichen Psychotherapeuten / Psychotherapeutinnen" und auf diese Weise die zentrale Bedeutung der Psychologie als Kernwissenschaft der Psychotherapie betont werden.

Auf Zustimmung stoße auch die Zusammenlegung der Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutens sowie die vorgesehene Entwicklung von "Organisations - und Leitungkompetenzen" in der Ausbildung.

Nach Auffassung der beiden Verbände müsse bei der Novelle berücksichtigt werden, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Weiterbildung den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung finanziell gleichgestellt werden. (eb)

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[08.10.2017, 07:28:39]
Werner Schmidtke 
Begrenzte Approbation
Sehr geehrter Herr Dr. Heister,
vielen Dank für Ihre Aufklärung. Mir war bis heute allerdings nicht bewusst, das es eine " begrenzte Approbation" gibt. Ihre Aussage hat mich doch derart verunsichert, das ich mir meine " Pappe" nochmal anschauen musste ( nachdem ich sie endlich gefunden hatte). Ich möchte meinen Patienten und den Kranken Kasse ja entsprechend vollzugsgemäße Dienste anbieten.
Zu meiner Verwunderung steht da jedoch nichts von " Begrenzung". Selbstverständlich bezieht sich diese Urkunge nur auf mein Fachgebiet- der Psychotherapie. So ist es ja auch gedacht. Das hab ich gelernt und das kann ich auch. Und das seit vielen Jahren.
Wenn ich mir indes Ihre(als psychosomatich tätiger Arzt) kritischen Kommentare bzgl. der nun anstehenden Ausbildungsreform anschaue, die Sie ja immer wieder in einer Regelmäßigkeit darstellen, das man die Uhr danach stellen kann, frage ich mich tatsächlich, wie sehr Sie sich verunsichert fühlen müssen?
Was genau ist Ihr Problem nochmal?
Zur Klarstellung:
1. Bevor diese Reform durch ist, vergehen noch einige Jahre- Sie werden vermutlich dann in Rente sein.
2. Ihre Darstellung bzgl. der Psychotherapie, wie Sie sie hier darstellen, klingt nicht nur subjektiv, sondern entbehrt jeder wissenschaftlicher Grundlage. Die Differenz zw. einem PP und KJP ist meilenweit. Die Kollegen wissen das und agieren entsprechend- übrigens immer- und nur in Absprache der Haus-oder Fachärzte.
3. Wie Sie sicherlich wissen, kann keine PT stattfinden, wenn kein ärtzliches Konsiliar vorliegt. Nach dem 04.17 ist dies entsprechend angepasst ( zu Ungunsten der überweisenden Ärzte- die müssen nun viel mehr schreiben und bekommen nix dafür). Insgesamt sind Sie da natürlich raus.
4. Klar, mit dieser Reform haben v.a. die Psychsomatiker ( und unzählige Institute), mglw. die Arschkarte gezogen. Es gebe dann max. 2 Behandler: HA/ FA
5.Es gibt übrigens kein " schreckliches Parallelsystem", für Sie, wenn Sie sich bitte doch mal an der Realität orientieren würden. Es gibt doch schon längst Lehrstühle und " Räumlichleiten" für " klinische Psychologie". Hab ich an der TU Darmstadt selbst erlebt. Die können das da wirklich gut.
Insgesamt: Lieber Herr Dr.Heister, ich weiß beim besten Willen nicht, was Sie für Ängste schieben. Vllt. lassen Sie sich in Zukunft bitte etwas mehr Zeit mit Ihren Aussagen, denn Sie verunsichern nicht nur die aktuell sich in Ausbildung befindlichen Kanditaten, sondern auch Ihre supervisorisch tätigen Kollegen.

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[06.10.2017, 21:39:21]
Dipl.-Med Peter Bühler 
Kann ja nicht wahr sein
Erst wird geklagt, dass man gleichgestellt wird mit dem Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie um Abrechnen zu können, jetzt fordert man die Abgrenzung von dieser Berufsgruppe. Aber Medikamente verordnen, krankschreiben und einweisen möchte man trotzdem können. Bereitschaftsdienst möchte man auch nicht leisten. Rosinenpicken nennt man sowas!  zum Beitrag »
[06.10.2017, 14:55:53]
Dr. Heiner Heister 
Das trojanische Pferd "Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz",
wie es als Vorschlag des BMG vorliegt, in dem Diplompsychologen versteckt sind, lässt die Dollarzeichjen in den Augen der Psychologieprofessoren leuchten, werden ihre Abteilungen doch vielleicht dadurch zu richtigen Lehrstühlen, mit wesentlich mehr Personal und Räumlichkeiten,die auch noch die Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapieausbildung an sich reissen dürfen, während der BDP sich mit darüber freuen darf, dass es für ein Studium der Psychologie mit Schwerpunkt klinische Psychologie und vielleicht so einer Art "Psychotherapiewissenschaften" eine Approbation geben soll, mit der Berechtigung im gesamten Gesundheitssystem mitzumischen.
Das alles, ohne dass man sich mit einer richtigen Fachkunde belasten muss, wie sie Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeuten bislang vorweisen müssen, um eine begrenzte Approbation als Richtlinienpsychotherapeuten zu erhalten.
Ich hoffe weiterhin, dass der Herr Hirn vom Himmel regnen lässt und das BMG diesen schrecklichen Gesetzesvorschlag, durch den ein riesiges psychologisches Parallelsystem entstehen würde, wieder einstampft. zum Beitrag »

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