Ärzte Zeitung online, 13.10.2017
 

Rahmenvorgaben 2018

1,2 Milliarden Euro mehr für Arzneimittel

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf Rahmenvorgaben für Arznei- und Heilmittel für das kommende Jahr verständigt.

1,2 Milliarden Euro mehr für Arznei- und Heilmittel

Die Steigerung des Ausgabenvolumens um 1,2 Milliarden Euro in 2018 wird vor allem auf Ausgaben für neuartige Arzneimittel gegen Krebs zurückgeführt, die zunehmend im ambulanten Sektor angeboten werden.

© Gina Sanders / fotolia.com

BERLIN. Die Verhandlungen über die Rahmenvorgaben Arznei- und Heilmittel für das Jahr 2018 sind abgeschlossen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) haben sich nach eigenen Angaben in beiden Versorgungsbereichen auf steigende Ausgabenvolumina verständigt.

Ambulante Zytostatika treiben die Ausgaben

Das Ausgabenvolumen bei Arzneimitteln erhöht sich demnach um 3,2 Prozent beziehungsweise rund 1,2 Milliarden Euro. Zurückgeführt wird diese Steigerung vor allem auf Ausgaben für neuartige Arzneimittel gegen Krebs, die zunehmend im ambulanten Sektor angeboten würden. Auch die neue Leistungspflicht der GKV für Therapien mit Cannabis führe zu höheren Ausgaben, so die KBV in einer Mitteilung.

KBV und Krankenkassen haben – ähnlich wie beim Arzthonorar – lediglich die Rahmenvorgaben ausgehandelt. In den Regionen handeln die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen je nach der Entwicklung der Altersstruktur und der Zahl der Versicherten die Steigerungssätze vor Ort aus.

Hofmeister: Akzeptables Ergebnis

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV bewertet das Ergebnis als "akzeptabel". Es schaffe eine Grundlage dafür, dass Patienten mit medizinisch sinnvollen Innovationen versorgt werden könnten. Johann-Magnus von Stackelberg vom GKV-Spitzenverband geht davon aus, dass mit den nun vereinbarten Zielen für verordnungsstarke Anwendungsgebiete Ärzte im Praxisalltag eine gute Orientierung erhalten, beide vom Gesetzgeber geforderten Punkte – die Verordnung sowohl nach medizinischen wie auch wirtschaftlichen Kriterien – zu erfüllen.

Mehrkosten durch Ernährungstherapie

Bei den Heilmitteln rechnen KBV und GKV-Spitzenverband im kommenden Jahr mit einer Steigerung des Ausgabenvolumens in Höhe von 3,9 Prozent, was circa 230 Millionen Euro entspricht. Hierbei sei etwa die zum 1. Januar 2018 vorgesehene Einführung der Ernährungstherapie als neues Heilmittel berücksichtigt. Auch die Modellvorhaben zur Blankoverordnung würden voraussichtlich zu Mehrausgaben führen. (run)

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