Ärzte Zeitung, 03.05.2010

Kammer in Wien warnt vor Burn-Out bei Ärzten

WIEN (ine). Jeder zweite Arzt in Österreich ist burnout-gefährdet, warnt die Ärztekammer Wien. Um Übermüdung, Erschöpfung und Frustration rechtzeitig vorzubeugen, fordern die Ärztevertreter die Begrenzung der Arbeitszeiten "auf ein zumutbares Maß". Sie wollen durch genaue Überprüfung der Arbeitssituation, die Einhaltung der maximal zulässigen Arbeitszeiten im Klinikbereich erreichen. Außerdem soll die Möglichkeit geprüft werden, für ältere Kollegen die Anzahl der Nachtdienste zu begrenzen.

Für den Präsidenten der Ärztekammer, Dr. Walter Dorner, stellt sich die Situation dramatisch dar: "Wir wissen, dass die Frühmorbidität, die Frühmortalität sowie die Suizidrate bei Ärzten wesentlich höher sind als in der Allgemeinbevölkerung." Diese Aussichten schrecke viele Berufsanfänger ab. Mit der steigenden Burnout-Gefährdung sinke zudem die Qualität der ärztlichen Leistung: "Schlechtere Kommunikation mit den Patienten und erhöhte Fehleranfälligkeit können die Folgen von Erschöpfung und Frustration sein."

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