Ärzte Zeitung online, 07.08.2012

Uganda

Ebola-Epidemie unter Kontrolle

Hunderte Menschen unter Kontrolle, Dutzende infiziert: Der Ebola-Ausbruch in Uganda ist einer der größten der letzten Jahre. Jetzt ist er offenbar unter Kontrolle.

Ebola-Epidemie unter Kontrolle

Desinfektion im Krankenhaus von Kigadi: Der Ebola-Ausbruch ist offenbar unter Kontrolle.

© Agus Morales / MSF / epa / dpa

ADDIS ABEBA/KAMPALA (nös). Rund fünf Wochen nach dem Ausbruch von Ebola in Uganda ist die Epidemie Expertenangaben zufolge unter Kontrolle.

"Aber wir müssen diejenigen, die Kontakt mit Ebola-Patienten hatten, weiter beobachten", sagte der Vize-Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Solomon Fisseha, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Seit Anfang Juli hatten sich im Distrikt Kibaale im Westen des Landes Dutzende Menschen mit dem Filovirus infiziert, 16 von ihnen starben.

Nach Angaben des WHO-Regionalbüros für Afrika von Montag gehen die Behörden bislang von 59 Fällen Patienten aus, die an dem hämorrhagischen Fieber erkrankt sind. Bislang wurden jedoch nur 10 Fälle im Labor bestätigt.

"Es gibt jetzt nur noch Fälle in Kibaale, der Ebola-Ausbruch ist unter Kontrolle", erklärte Fisseha. Dort wurden 36 Erkrankte im Krankenhaus von Kagadi isoliert, 29 Patienten sind den Angaben zufolge bereits auf dem Weg der Genesung.

Bis zum Dienstag wurden 398 Bewohner der Region gemeldet, die unter Beobachtung stehen, weil sie mit Erkrankten in Kontakt gekommen waren.

«Wir können erst nach 21 Tagen sicher sein, dass sie nicht mit dem Virus infiziert sind", so Fisseha. 84 Erkrankte haben diese Zeit bereits überstanden, ohne Symptome zu entwickeln.

Während der Epidemie starb zudem ein Arzt an den Folgen des hämorrhagischen Fiebers. Er hatte erkrankte Mitglieder einer Familie behandelt, die in Verbindung zu dem Indexfall stehen soll.

Von den sieben Krankenschwestern und Pflegern, die mit dem Arzt zusammengearbeitet hatten, ist nach Angaben der WHO bislang allerdings niemand erkrankt. Das spreche dafür, dass es keine Ausweitung der Epidemie gebe.

Neben WHO-Teams sind seit Wochen auch Experten des US-amerikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle (CDC), des ugandischen Roten Kreuzes und der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Einsatz.

Bei zwei Epidemien in den Jahren 2000 und 2007 waren in Uganda weit mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr starb ein zwölfjähriges Mädchen an der gefährlichen Krankheit.

Eine Infektion mit Ebola-Viren verläuft häufig letal. Benannt ist die Krankheit nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, in dessen Nähe sich die Epidemie 1976 erstmals ausbreitete.

Mit Material von dpa

[10.08.2012, 16:39:19]
Dr. Ulrich Hänsel 
Malaria
Bin überrascht, wieviel Aufmerksamkeit der "Epidemie" gewidmet wird.
Natürlich ist jeder eigentlich vermeidbare Todesfall zu bedauern.

Ist es denn aber vergessen, dass in Afrika jedes Jahr fast 1 Mio. Menschen an Malaria sterben??? Auch das ist vermeidbar, sogar sehr einfach. Bevor man DDT in europäischer Muttermilch entdeckte, war die Malaria fast ausgerottet. Die Grünen wurden mit ihren damaligen Kassandra-Rufen plötzlich politisch hoffähig (Spaß: welche Krankheit wurde damals dadurch hervorgerufen?).
Das ist nun bald dreißig Jahre her. Die Grünen haben also mindestens 25 Mio. Afrikaner auf dem Gewissen, dazu den Tod vieler Entwicklungshelfer und Touristen in den betroffenen Ländern. Wie schläft's sich denn so? Oder alles gut verdrängt? Die von BASF und anderen Firmen gelieferten viel teureren, aber dafür wirkungslosen Ersatzstoffe waren nur für die Aktionäre gut.

Beste Grüße, Ihr Dr. U. Hänsel zum Beitrag »

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